McDonald’s unter Druck
Wall Street startet mit Verlusten

Die Wall Street startet zum Wochenschluss im Minus. Obwohl die Futures auf die drei großen Indizes bis kurz vor Marktöffnung ins Plus gedeutet hatten, verliert der Dow in den ersten Handelsminuten 56 Punkte, die Nasdaq gibt 8 Zähler ab.

Die US-Börsen scheinen den Frühlingsbeginn zu verschlafen. Schon am Vortag schloss nur die Nasdaq leicht im Plus. Der Tech-Index konnte sich um 36 Zähler verbessern, kämpft aber weiter mit der 1900-Punkte-Marke. Für den Dow hingegen kam eine Nachmittagsrally zu spät und ohne Nachdruck. Der Standardindex schloss mit einem Minus von 21 Zählern auf 10479 Punkten. Auch auf Wochensicht stehen die Wachstumswerte besser da: Sie notieren unverändert, während der Dow 1,3 % abgegeben hat.

Den Freitagshandel bestimmen Nachrichten von Unternehmensseite: Aus dem konjunkturellen Umfeld wird vor dem Wochenende nichts mehr gemeldet. Auf den Dow Jones drückt am Morgen die Aktie von McDonald?s. Der Fast Food-Riese hat gewarnt, die Quartalsergebnisse würden nur am unteren Ende der Prognosen liegen. Die Aktie fällt um 2,5 % und ist schwächster Titel im Standardindex.

Nach zwei Tagen im roten Bereich scheint sich hingegen General Electric zu erholen. Der Industrie-Multi hatte verloren, nachdem ein Fondmanager hohe ungedeckte Schulden moniert hatte. GE hat seine Rücklagen nun verstärkt und erklärt, man habe genügend Reserven, um alle Kreditverpflichtungen einhalten zu können. So sieht das auch die Credit Suisse First Boston: Die Analysten sagen, die jüngste Kritik habe sich wohl weniger auf GE selbst als auf die Bilanzierungstechniken in "Corporate America" bezogen. Sie setzen General Electric auf "zukaufen", die Aktie verbessert sich um mehr als 1 %.

Die Big Caps notieren uneinheitlich: Während die Dow-Werte Microsoft und Intel leicht abgeben, legen Software-Konkurrent Oracle und der Hardwarespezialist Sun Microsystems mehr um etwa 1 % zu. Die übrigen PC-Aktien notieren nahezu unbewegt, nach wie vor sind Käufer zurückhaltend, solange keine weiteren Nachrichten über einen eventuellen Merger von Hewlett-Packard und Compaq bekannt sind. HP gibt am Morgen 1,5 %, Compaq etwa 2 % ab, in der Branche sind zum Wochenschluss keine großen Veränderungen zu erwarten.

"Lieber den Palm in der Hand", denken sich Anleger daher am Morgen, und machen die Aktie des Herstellers von Taschencomputer zum stärksten Wert. Um 15 % legt die Aktie zu, nachdem das Unternehmen am Vorabend Quartalsergebnisse über den Erwartungen der Analysten gemeldet hatte. Vor allem der Verkauf wenig profitabler Geschäftsbereiche habe sich ausgezahlt und das Unternehmen verschlankt, sagen Analysten. JP Morgan stuft die Aktie auf "kaufen" auf.

Zu den Gewinnern gehören am Freitag auch die Chip-Zulieferer. Das Management von Applied Materials hatte sich auf einer Analystenkonferenz am Donnerstagabend positiv über die Aussichten von Unternehmen und Branche geäußert: "Wir glauben, dass eine deutliche Erholung bereits begonnen hat", sagt Vizepräsident David Wang. Applied Materials gewinnt 1,8 %, andere Ausrüster wie KLA-Tencor, Novellus und Teradyne legen um 1 % zu.

Trotz starker Ergebnisse im abgelaufenen Quartal hat Nike am Freitag einen schwachen Start. Etwa 6 % verliert der weltgrößte Fabrikant von Sportschuhen und-kleidern, obwohl der seinen Gewinn im abgelaufenen Quartal um 30 % gesteigert und einen Gewinn über den Erwartungen der Experten ausgewiesen hat. Für die nächsten Monate sieht man allerdings eher Wachstumspotential als Wachstum, die Auftragslage ist schwach. Zwar blicken manche Analysten optimistisch in die Zukunft und empfehlen Nike den Schritt ins Niedrigpreissegment, doch verkaufen Anleger die Aktie zunächst.

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