MDax schließt vergleichsweise fest
Dax lässt kräftig Federn

Sehr schwach sind die deutschen Aktien am Dienstag aus dem Handel gegangen. Der Dax verlor 3,6 % oder 207,30 Zähler auf 5 553,46 Punkte.

vwd FRANKFURT. Vor allem die negativen Vorgaben aus den USA belasteten die Kurse, berichteten Händler. Die am Nachmittag veröffentlichten US-Daten hätten den Kursrutsch beim Dax beschleunigt. Der Auftragseingang der US-Industrie sei im Februar stärker als erwartet gefallen. "Das verstärkte das negative Bild der US-Konjunktur mal wieder", hieß es. Beim Dow-Jones-Index wurde die charttechnisch wichtige Marke von 9 700 Punkten deutlich unterschritten. "Diesem Trend folgte der Dax wie das Hündchen seinem Herren", spottete ein Marktteilnehmer.

Stärkste Verlierer waren die Technologiewerte, die im Schnitt 6,1 % abgaben. Nach den Gewinnwarnungen vom Vortag von US-High-Tech-Unternehmen wie Ariba war der Bereich weiter stark unter Druck. Trotz der niedrigen Kurse gab es noch keinen Grund zum Einstieg, meinte ein Händler. Ein Boden sei derzeit nicht abzusehen und auch von den Unternehmensdaten her gebe es keinen Grund zum Einstieg. "Eine Trendwende wird es erst dann geben, wenn die Zahlen der Unternehmen wieder besser werden", prognostizierte der Experte.

Das deutlichste Minus verzeichneten SAP, die um 10,3 % auf glatt 110 Euro fielen. Hier belastete die Gewinnwarnung des US-Konkurrenten Ariba besonders stark, meinten Beobachter. Einen Tag vor der SAP-Pressekonferenz zur Unternehmensstrategie kursierten zudem Gerüchte über Gewinnwarnungen im Markt. Technisch sei die Aktie stark angeschlagen, nachdem sie die Unterstützung bei 118,70 Euro durchbrochen habe. Als nächstes Ziel nannten Analysten die Marken von 106,30 Euro und 92,10 Euro. Auch die Herabstufung durch Merrill Lynch auf "accumulate" von "buy" sorgte für Unruhe, hieß es im Markt. Infineon gaben um 4,2 % auf 38,25 Euro nach, Siemens um 5,6 % auf 108,34 Euro und Epcos verbilligten sich um 4,4 % auf 61,60 Euro. Ein Trauerspiel auch die Deutsche Telekom, die 4,8 % auf 25,09 Euro sanken.

Die auf der Analystenkonferenz bekanntgegebene Gewinnsteigerung durch die Dresdner-Übernahme bei Allianz sei positiv, so Beobachter. Demnach solle der Gewinn je Aktie bereits im Jahr 2001 zulegen. Allerdings könnte das sehr volatile Handelsgeschäft der Dresdner Bank natürlich auch belasten, warnten andere Stimmen. Allianz fielen um 5,3 % auf 300,20 Euro und Dresdner Bank gaben 3,8 % auf 48,82 Euro ab. Investoren hätten die Gewinne realisieren, die während der aufkommenden Gerüchte in der vergangenen Woche entstanden seien, erklärte ein Marktteilnehmer. Daneben gab es Spekulationen, hinter den starken Abgaben der Allianz steckten Interessenten, die die Übernahme möglichst günstig machen wollten.

Aber nicht nur Technologiewerte wurden abgestoßen. Die gescheiterten Tarifverhandlungen bei Lufthansa belasteten deren Aktien, die um 1,3 % auf 19,80 Euro  sanken. Die Pilotengewerkschaft hatte die Verhandlungen für gescheitert erklärt, nachdem Lufthansa Gehaltserhöhung von 10 bis 16 % angeboten hatte. Dazu kamen Meldungen, wonach die Piloten noch im April wiederholt streiken wollen. Profiteure der schlechten Stimmung bei den Technologiewerten waren defensivere Titel wie Metro, Schering oder Henkel, die leicht zulegten. Insgesamt standen 25 Verlierern im Dax nur fünf Gewinnern gegenüber.

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