MDax-Unternehmen sind oft weniger abhängig von der allgemeinen Konjunktur
Zertifikate auf Nebenwerte: Die erste Wahl aus der zweiten Reihe

"Neuer Höchststand!" Das war die Meldung Ende Juni. Viele Anleger haben sich verwundert die Augen gerieben. Das Geheimnis: Es ging um die Werte der sogenannten zweiten Reihe. Während der Dax noch immer rund 50 Prozent unter seinem Höchststand aus dem Jahre 2000 notiert, hat sich der MDax munter zu neuen Höhen aufgemacht und einen neuen Höchststand erzielt.

Da viele der Unternehmen aus dem Index - beispielsweise Puma, Stada, Medion und Merck - in attraktiven Nischenmärkten positioniert sind, hängen sie lange nicht so stark von der allgemeinen Konjunkturentwicklung ab wie die großen Konzerne und können somit auch in schlechten Zeiten noch ansehnliche Gewinne einfahren.

Anleger haben grundsätzlich zwei Möglichkeiten, an der Performance von Nebenwerten zu partizipieren.

Breite Streuung über das Indexzertifikat

Die zweite Reihe der deutschen Werte umfasst insgesamt 50 Werte. "Zweite Reihe" ist hier nicht im Sinne von minderer Qualität gemeint - im Gegenteil: Die im MDax versammelten Werte zeichnen sich in der Regel durch solide Bilanzen, konstante Ertragskraft und einen hohen Substanzwert aus. Mit dem Indexzertifikat (WKN 899 164) können Anleger direkt von der Kursentwicklung von 50 Werten profitieren und damit breit gestreut in 50 Unternehmen investieren. Der große Vorteil: Während es bei Einzelwerten immer wieder zu recht heftigen Kursschwankungen kommt, können sich Anleger hier entspannt zurücklegen. Die breite Streuung sorgt hier für die notwendige Verteilung und entspannte Nerven.

Offensiver mit Diskont-Zertifikaten

Wer es gerne ein wenig offensiver hat und auch Einzelwerte interessant findet, dem bietet sich eine zweite Möglichkeit: ein Investment in Diskont-Zertifikate. Wann ist der ideale Zeitpunkt, um in Diskont-Zertifikate zu investieren? Die Antwort ist einfach: zu Zeiten, die durch hohe Volatilitäten geprägt sind. Denn ein Diskont-Zertifikat besteht aus einer Aktien- und einer verkauften Call-Option. Es gilt: je höher die Volatilität, desto höher der Preis des Call, desto höher der Diskont. Denn durch den verkauften Call ist erst ein Diskont möglich.

Hier sind insbesondere die Werte spannend, die sich momentan durch eine hohe Schwankungsbreite auszeichnen. Denn je mehr eine Aktie hier schwankt, desto besser ist dies für die Anleger.

Beispiel Medion: Wer in das Diskont-Zertifikat investiert, bezahlt dafür momentan nur 13 Euro, während Aktienanleger heute schon rund 16 Euro bezahlen. Am Ende der Laufzeit im Dezember 2005 erhalten Anleger für jedes Zertifikat 15 Euro zurück, sofern die Aktie über 15 Euro notiert; eine Rendite von rund 15,4 Prozent. Damit kann die Aktie auch um rund sechs Prozent fallen, ohne dass sich Investoren sorgen müssen: Der Risikopuffer bietet einen Schutz bis 13 Euro. Erst dann verlieren Inhaber von Diskont-Zertifikaten Geld.

Und je mehr die Werte schwanken, desto besser für die Anleger: Dann gibt es das jeweilige Diskont-Zertifikat noch günstiger.

Medion und weitere interessante Möglichkeiten finden Sie in der Tabelle auf der nächsten Seite.

Der Autor ist Zertifikate-Experte bei der Deutschen Bank AG, Frankfurt (Global Equity Derivatives).

Tabelle: Ausgewählte Nebenwerte-Zertifikate

Grafik: MDax entwickelte sich besser als der Dax

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