MDax wenig im Minus
Nemax mit schlechter Jahresbilanz

Während die Aktien des Frankfurter Neuen Marktes im abgelaufenen Börsenjahr einen deutlichen Kurseinbruch verzeichneten, konnten sich die im MDax gelisteten Nebenwerte relativ gut behaupten.

Reuters FRANKFURT. Der Auswahlindex des Neuen Marktes Nemax50 verlor seit Jahresbeginn mehr als 59 %. Der MDax büßte lediglich 7,5 % ein. Das wichtigste Kursbarometer Dax gab um rund 20 % nach. Bei den Nebenwerten schlossen knapp die Hälfte aller Titel 2001 mit teilweise deutlichen Kursgewinnen ab, während im Nemax-50 nur zwei Papiere das Jahr im Plus beendeten. Für 2002 rechnen Experten sowohl für das Wachstumssegment als auch für den 70 Werte umfassenden MDax mit anziehenden Kursen.

Der Nemax-50 schloss am letzten Handelstag des Börsenjahres 2001 gegenüber dem Vortag um 0,35 % fester bei 1145 Punkten. Der MDax ging am Freitag mit einem Plus von 1,5 % auf 4 326 Zähler aus dem verkürzten Handel.

In der Jahresbilanz waren Puma mit Abstand die größten Gewinner im MDax. Die Titel verteuerten sich um mehr als das Eineinhalbfache. Die Papiere des Baukonzerns Bilfinger + Berger verdoppelten ihren Wert. Auf der Verliererseite standen unter anderem die in finanzielle Schieflage geratene Bankgesellschaft Berlin und das Emissionshaus Gold-Zack, deren Aktien jeweils rund 84 % ihres Wertes einbüßten.

Am Neuen Markt legten die Titel von SAP SI seit Jahresbeginn um mehr als 40 % zu. Süss Microtec zogen unterdessen um knapp fünf Prozent an. Alle anderen Papiere schlossen meist deutlich unter der Kursen vom Jahresende 2000. Fast ihren gesamten Wert büßten die Titel von Biodata und Intershop ein. Bei Biodata wurde Ende November ein vorläufiges Insolvenzverfahren eröffnet. Intershop hatte 2001 mehrfach seine Geschäftsprognosen gesenkt, zuletzt am 23. Dezember. Die Aktien des Direkt-Broker Consors verbilligten sich um rund 85 %. Die Muttergesellschaft von Consors, die Schmidtbank, war im November von einer Auffanggesellschaft gerettet worden und hatte Anfang Dezember angekündigt, Consors bis März 2002 verkaufen zu wollen.

Der Nemax-50 hat nach Ansicht von Experten bis Ende 2002 ein Anstiegspotenzial auf bis zu 1 500 Punkten. Wer zukünftig am Neuen Markt investieren wolle, solle aber unbedingt auf die Gewinnaussichten der Unternehmen achten, fügten sie hinzu. Chancen sähen sie vor allem für Aktien etablierter, also größerer und schon länger im Wachstumssegment gelisteter Unternehmen. Zu den am meisten genannten Empfehlungen gehören die Papiere der Biotechnologie-Unternehmen Rhein Biotech und Qiagen sowie des Elektronikhändlers Medion . Aber auch die Titel des Anlagenbauers Singulus und der Beteiligungsgesellschaft Augusta finden sich häufig auf den Empfehlungslisten der Banken wieder.

Der MDax werde im kommenden Jahr vermutlich um zehn Prozent steigen, sagten die Börsianer weiter. Dem Standardwerte-Index Dax wurde dagegen ein Plus von 20 % vorhergesagt. "Die Nebenwerte dürften im Vergleich zu den Standardwerten und den Wachstumswerten eher vernachlässigt werden", sagte der Fondsmanager Peter Ott von UBS Invest. Bei einer Erholung der Konjunktur hätten die Technologiewerte traditionell die besten Kursaussichten, hieß es weiter. Und diese seien vor allem im Dax und im Nemax zu finden. "Der MDax hat zwar sehr dividendenstarke Papiere und viel Substanz, er wird aber auch 2002 nur der kleine Bruder des Dax bleiben", sagte ein Börsianer. Für Fonds seien besonders die großen Titel im Segment wegen ihrer verhältnismäßig hohen Börsenumsätze attraktiv, sagte Ott. Dazu zählten unter anderem Merck , Altana , Beiersdorf und .

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