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Mecca gegen Coca

US-Unternehmen fühlen sich bisher nicht als Ziel des wachsenden Antiamerikanismus in den Ländern der muslimischen Welt. Das muss nicht so bleiben.

Die Terroranschläge im Irak und in anderen Ländern der weiter gefassten Region sind nicht nur eine Katastrophe für die betroffene Bevölkerung und die Soldaten der US-geführten Allianz. In den kommenden Monaten müssen auch die wirtschaftlichen Folgen des Terrors und die Wirkungen auf das ideologische Umfeld beachtet werden. Dabei geht es nicht nur um die Auswirkungen auf die weltweite Konjunktur. Vor allem US-Unternehmen müssen sich mit einer wachsenden Ablehnung westlicher Symbole und Marken auseinander setzen. Die gibt es nicht nur im Umfeld der militanten Islamisten, sondern weit darüber hinaus. Die Ereignisse im Irak heizen diese Stimmung an.

Im Vergleich zu den menschlichen Opfern ist das ein scheinbar geringes Problem - doch für die betroffenen Unternehmen, die bislang die Augen vor den wachsenden Schwierigkeiten verschließen, geht es um viel. Das gilt, obwohl ihr Markenwert zuletzt noch gestiegen ist.

Jeffrey E. Garten, Dekan der Yale School of Management, warnt die US-Unternehmen: Mittelfristig müssten sie einkalkulieren, dass ein wachsender Anti-Amerikanismus eben auch negativ für den Absatz ihrer Produkte sei. Für den Getränkekonzern Coca-Cola etwa ist diese Warnung schon Realität geworden. In vielen Teilen der muslimischen Welt tritt Mecca-Cola gegen die Brause aus Amerika an.

Amerikanische Unternehmen verdienen rund 30 Prozent ihrer Gewinne im Ausland. Dazu kommen Beteiligungen an lokalen Unternehmen. Mehr und mehr Analysten beschäftigen sich daher mit den Auswirkungen des Anti-Amerikanismus auf die Gewinne großer US-Firmen. Auch die Anleger sollten davor nicht die Augen verschließen.

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