Media AG und Primacom im Blickpunkt
US-Fusion sorgt für Kursfantasie

Nach der angekündigten Fusion der beiden US-Computerfirmen Hewlett-Packard und Compaq wird der Neue Markt nach Händlereinschätzung wegen freundlicher Aussichten auf die US-Börsen deutlich fester in den Handel starten.

Reuters FRANKFURT. "Das ist zunächst einmal eine technische Reaktion auf die starken Verluste vom Vortag", sagte ein Händler. Der Zusammenschluss der beiden amerikanischen Computerfirmen wecke möglicherweise auch in Europa Fusionsfantasien. "Den Europäern wird das Bild vermittelt, dass Größe zählt", sagte ein Börsianer. Die beiden Unternehmen teilten zuvor mit, Hewlett-Packard (HP) werde 64 Prozent der Anteile der neuen Gesellschaft halten, Compaq 36 Prozent. Die Fusion erfolge über einen Aktientausch in Höhe von 25 Milliarden Dollar.

Das Handelshaus Lang & Schwarz berechnete gegen 8.30 Uhr den alle Werte umfassenden Nemax-All-Share-Index mit 1052 Punkten (Vortag 1037) und den Nemax 50 der wichtigsten Werte mit 1001 Zählern (989). Die Citibank ermittelte im vorbörslichen Handel einen Nemax 50-Stand von 1015 Punkten. Am Vortag hatte der Auswahlindex 3,3 Prozent verloren und erstmals seit seiner Einführung im Juli 1999 unter der Marke von 1000 Punkten geschlossen. Dabei markierte der Index bei 987 Stellen ein historisches Rekordtief. Die amerikanischen Börsen blieben am Vortag feiertagsbedingt geschlossen. Der Nasdaq-Future stieg nach der angekündigten Fusion der US-Computerhersteller deutlich an und notierte am Morgen 38,5 Punkte fester.

Im Mittelpunkt des Handels dürfte die Aktien des Kabelnetzbetreibers Primacom stehen, die vorbörslich rund fünf Prozent fester notierten. Am Vortag hatte das Papier bei dünnen Umsätzen deutlich nachgegeben, was Händler auf Befürchtungen der Anleger zurückführten, der Verkauf der TV-Kabelnetze der Deutschen Telekom an Liberty Media könnte nicht zustande kommen. Am Morgen teilten beide Unternehmen mit, dass der Vertrag unterschrieben sei. Am Markt kursierten seit Wochen unbestätigte Gerüchte um eine Übernahme von Primacom durch Liberty Media, sagte ein Händler.

Im Mittelpunkt des Handels am Neuen Markt könnten die Papiere der Media!AG stehen. Der Mediendienstleister hat im Geschäftsjahr 2000/2001 (30. Juni) nach vorläufigen Zahlen seinen Umsatz mehr als verdoppelt und hält an seiner Ergebnisplanung fest. Der Umsatz habe sich auf über 51 Millionen Euro von 24,5 Millionen Euro im Vorjahr erhöht. Nach ersten Schätzungen liege Media auch beim Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) im Plan und halte daher an der Planungen von einem Nachsteuerergebnis von 1,5 Millionen Euro fest. Vorbörslich stiegen die Titel um fünf Prozent.

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