„Media ist sexy“
Besucherrekord bei den Mediatagen

Das größte Treffen der deutschen Medienszene ist am Freitag in München trotz der Branchenkrise mit einem neuen Besucherrekord zu Ende gegangen. Mit rund 5500 Kongressteilnehmern sei die Vorjahreszahl um rund 300 übertroffen worden, teilten die Veranstalter der Münchner Medientage zum Abschluss der dreitägigen Veranstaltung mit.

HB/dpa MÜNCHEN. "Uns ist es gelungen, die Stimmung in der Kommunikationsbranche aufzugreifen", sagte Veranstalter Wolf-Dieter Ring. Im Mittelpunkt der rund 80 Fachforen standen die Auswirkungen der Werbeflaute und die Suche nach neuen Wachstumschancen für die Medienbranche.

Trotz der Branchenkrise steht ein Beruf in den Medien bei jungen Leuten noch immer hoch im Kurs. "Media ist sexy", sagte Frank Esser vom Institut für Publizistik der Universität Mainz. Die meisten Studienanfänger hätten allerdings keine konkreten Vorstellungen von ihrem Berufsziel. "Sie wollen nur unbedingt irgendetwas in den Medien machen." Dabei reize viele Studenten die Arbeit für Prominenten- Magazine. "Das ist viel weniger anstößig als noch in den siebziger Jahren." Bei der Zeitschrift "Bunte" gehen nach Worten von Chefredakteurin Patricia Riekel täglich unzählige Bewerbungen ein.

Nach Diskussionen über die Lage der Fernsehsender am Mittwoch und die der Printmedien am Donnerstag standen am Abschlusstag die neuen Medien wie Handy und Internet im Mittelpunkt. Nach Ansicht des Zukunftsforschers Peter Wippermann wird die Nutzung der Informationen zunehmend mobil. In zehn Jahren seien Geräte für den mobilen Internetzugang ein Alltagsgegenstand wie heute Uhren. "Wir sind technische Nomaden geworden", sagte Wippermann auf dem "New Media Gipfel". Die Medienbranche müsse sich auf diese Entwicklung vorbereiten und über kreative Angebote für die mobile Gesellschaft nachdenken.

Schon der Versand von Kurznachrichten über das Handy habe die Kommunikationskultur in Deutschland deutlich verändert. Einer Umfrage zufolge seien neun Prozent der Deutschen sogar bereit, einen Heiratsantrag per SMS zu akzeptieren, sagte Wippermann. Für die internetfähigen UMTS-Handys werden nach Ansicht von E-Plus-Manager Thorsten Dirks vor allem Informationsangebote erfolgreich sein. "Aber es reicht nicht aus, Zeitungsartikel eins zu eins zu übertragen", sagte der Mobilfunkmanager. Bereits heute sei klar, dass es nicht eine durchschlagende "Killer-Anwendung" für die neuen UMTS-Handys geben werde. Entscheidend sei jedoch, dass der Handy-Besitzer einen persönlichen Nutzen aus den Angeboten ziehen könne. Nach Ansicht von Andre Schneider vom World Economic Forum werden vor allem lokale Angebote und Navigationsdienste im UMTS-Zeitalter Erfolg haben.

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