Media-Markt-Anzeige provoziert Computerhersteller
Dell toppt Doll mit Doller

Die Elektronik-Handelskette Media-Markt sorgt mit vergleichender Werbung in einer Anzeigenkampagne wieder einmal für Aufsehen. Doch der auf's Korn genommene US-PC-Hersteller reagiert gelassen - und schlagfertig.

ddp BERLIN. Der Computerbranche geht es nicht gut. Die Zeiten zweistelliger Zuwachsraten im Geschäft mit Privatkunden sind lange vorbei. Viele Händler sind vielmehr froh, wenn sie ihren Umsatz wenigstens auf dem Vorjahresniveau halten können. Um den Absatz anzukurbeln, liefern sich Handelsketten wie Saturn, Pro Markt oder Vobis einen harten Preiskampf. Und damit das auch jeder merkt, werben die Discounter massiv, wobei die mehrseitigen Zeitungsbeilagen in der Regel nur an der Farbe zu unterscheiden sind.

Für Aufsehen im Werbungseinerlei sorgte am Freitag der Media Markt: Auf ganzseitigen Anzeigen in mehreren überregionalen Tageszeitungen wirbt die Handelskette für ihren neuesten PC. Für den Rechner zum Kampfpreis ist allerdings nur die rechte Seitenspalte reserviert, während links eine Anzeige des Herstellers Dell wiedergegeben ist. Die Vorzüge des Media-Markt-Rechners werden unübersehbar - schwarz-weiß auf rot - angepriesen. Und selbstverständlich ist das Media-Markt-Produkt einige hundert Euro billiger als der Konkurrenz-PC. Eben "Doll" statt "Dell", wie der Überschrift zu entnehmen ist.

Vor einigen Jahren hätte der Media-Markt für eine derartige Anzeige wohl noch eine Abmahnung kassiert und mit weiteren rechtlichen Schritten rechnen müssen. "Vergleichende Werbung" ist erst seit einem Urteil des Bundesgerichtshofs von 1998 in Deutschland erlaubt. Und auch dann nur, wenn die Werbung nicht irreführend ist, die Konkurrenz nicht verunglimpft oder herabgesetzt wird und sich der Vergleich nachvollziehen lässt (BGH, AZ: I ZR 211/95).

Dell selbst sieht die Werbung gelassen. Denn der Verbraucher merke bei einem genauen Vergleich, dass das eigene Produkt besser ausgestattet sei, zeigte sich Dell-Sprecher Nerses Chopurian überzeugt. Außerdem habe Dell noch nie auf das billigste Angebot abgezielt, sondern auf gute Qualität zu einem günstigen Preis.

Dennoch gibt der Hersteller, der seine Rechner ausschließlich über den Versandhandel vertreibt, das Billigsegment nicht kampflos auf. Beim Besuch der Dell-Homepage springt unter der Rubrik Privatanwender ein "Pop-Up" mit dem neuesten Kampfangebot auf. Aus gegebenem Anlass auf rotem Grund und mit der Überschrift: "Noch doller".

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