Mediabild-Tochter Zweitwerk entwickelt Buchungs-Software
Verleger wollen künftig Annoncen über das Internet verkaufen

Bereits Mitte kommenden Jahres sollen Zeitschriftenkunden ihre Anzeigen online buchen können. Der Verlegerverband VDZ lässt dazu jetzt die passende Software entwickeln.

beu HAMBURG. Der Verband Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) hat das Hamburger Software-Haus Zweitwerk mit der Arbeit an einem Online-Buchungssystem beauftragt. Das System erlaubt die direkte Buchung von Anzeigen über das Internet unter Einbeziehung von SAP. Parallel dazu soll die Software ein Online-Reservierungssystem bieten.

Nach Einschätzung von Zweitwerk-Chefentwickler und Geschäftsführer Marcus Völcker wird das Anzeigengeschäft mittelfristig ausschließlich über das Internet stattfinden. "Wir schaffen Standards, indem wir das Internet zum Intranet machen, auf das Verlag und Anzeigenkunde jederzeit problemlos zurückgreifen können." Das Programm soll Mitte 2001 fertig sein. In der Pilotphase im Frühjahr 2001 wollen die drei Hamburger Großverlage Gruner+Jahr, Bauer und Milchstraße sowie zwei bis drei Mediaagenturen das System testen.

Unabhängig davon hat die zur Mediabild-Gruppe gehörende Zweitwerk für den Hamburger Heinrich Bauer Verlag ein Anzeigen-Reservierungssystem entwickelt, das kommende Woche als Pilotprojekt getestet wird. Das System ermöglicht, auf den Internetseiten des Verlags Anzeigen online zu reservieren und gleichzeitig die entsprechende Position im Druckbild auf dem Bildschirm zu sehen.

Marktführerschaft in Europa angestrebt

Peter von Woedtke, Vorstandsvorsitzender der Muttergesellschaft Mediabild Imaging AG, Hamburg, hat sich zum Ziel gesetzt, den Dienstleister für alle Arbeiten rund um das Bild in vier Jahren zum europäischen Marktführer zu machen. Dabei spricht Mediabild professionelle Anwender und die Werbung treibende Wirtschaft an. Hierzu will er die Standorte (bisher fünf) ausbauen und Bild-Dienstleistungszentralen in weiteren deutschen europäischen Großstädten aufbauen. Bis Ende 2001 soll Mediabild in acht deutschen Städten sowie in Zürich, Brüssel, London und Paris mit Servicezentralen vertreten sein, die untereinander digital vernetzt sind. In diesen Zentralen wird Archivierung und Bildmanagement via Internet verknüpft mit den Dienstleistungen Scan, Bildbearbeitung bis hin zum großformatigen Druck.

Woedtke argumentiert, dass viele Unternehmen keinen Überblick haben, wo die ihnen gehörenden Bilder tatsächlich lagern. Durch intelligentes Bildmanagement via Internet sei es möglich, mindestens 10 % der Werbekosten einzusparen und gleichzeitig den Markenauftritt zu stärken, rechnet der ehemalige Alleingeschäftsführer der Agfa Deutschland Vertriebs GmbH vor. Mediabild ist entstanden aus dem Zusammenschluss der Bild-Dienstleister Harz, Düsseldorf, und PPS, Hamburg sowie dem Hamburger Softwarehaus Zweitwerk. Derzeit arbeitet die Gruppe mit 300 Mitarbeitern für über 10 000 feste Kunden aus Industrie und Werbewirtschaft und wird in diesem Jahr rund 80 Mill. DM umsetzen.

Börsengang denkbar

Ein Gang an den Neuen Markt sei Mitte kommenden Jahres bei guter Verfassung der Börse möglich. Dank des Einstiegs des Venture Capital Gebers Berenberg Private Equity mit 10 %, durch den ein zweistelliger Millionenbetrag zu floss, sei der Börsengang aber noch nicht zwingend erforderlich. Hauptinvestoren sind die Pricap Ventures AG mit ebenfalls 10 % und der Hamburger Unternehmer Thomas Matzen, der um die 60 % halten dürfte. Beteiligt ist außerdem das Management.

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