Medien: Sanierungsplan ausgearbeitet
Sabena-Chef will angeblich 2 000 Arbeitsplätze streichen

Die angeschlagenen belgische Fluggesellschaft will sich offenbar mit der Streichung von mehreren tausend Arbeitsplätzen aus der finanziellen Misere retten. Nach belgischen Medienberichten vom Dienstag hat Sabena-Chef Christoph Müller eine Sanierungsplan ausgearbeitet, der unter anderem den Abbau von insgesamt 2 000 Vollzeitstellen vorsieht.

dpa BRüSSEL. Betroffen davon seien auch 250 Piloten und weitere 500 Mitglieder des fliegenden Personals, berichtete die Tageszeitung "Le Soir".

Außerdem wolle Sabena verschiedene Niederlassungen verkaufen und ihre Flugtätigkeit auf Europa konzentrieren, hieß es weiter. Langstreckenverbindungen, so nach Tokio und Washington, sollen gestrichen werden. Eine für diesen Dienstag geplante Verwaltungsratssitzung der Airline zu dem Sanierungsplan wurde nach eigenen Angaben überraschend auf einen "unbestimmten Zeitpunkt" verschoben. Die Diskussionen zwischen den Aktionären Swissair und dem belgischen Staat dauerten an, hieß es.

Hintergrund für die Verschiebung sind offenbar Äußerungen von Mario Corti, Chef des Schweizer Luftfahrtkonzerns Swissair, der 49,5 % an der Sabena hält. Corti hatte am Montag in Zürich erklärt, dass sein Unternehmen nicht bereit sei, weiteres Geld in die belgische Sabena zu investieren. Er könne den Aktionären nicht zumuten, weiter für die Verluste anderer Airlines zu zahlen. Swissair befindet sich selbst, nicht zuletzt wegen der Beteiligung an ausländischen Fluggesellschaften, in finanziellen Nöten.

Die belgischen Regierung verlangt hingegen, dass die Swissair ihre Verantwortung für die Sabena und deren 12 000 Angestellten wahrnehmen müsse und die Schweizer wie geplant ihren derzeitigen 49,5-Prozent-Anteil an dem belgischen Unternehmen auf 85 % aufstocken soll. "Dies ist keine realistische Zielsetzung mehr; die entsprechende Vereinbarung muss neu verhandelt werden", hatte Corti dazu gesagt. Die Regierung in Brüssel, die 50,5 % der Sabena-Anteile hält, verlangt die Einhaltung des zum Jahresbeginn erneuerten Vertrages und hat Swissair mit einer Schadenersatzklage gedroht.

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