Medien
Zeitungsmonitor misst Werbeerfolg

Die Einbrüche bei Anzeigen und Auflagen bei den deutschen Zeitungen sind nach Ansicht der Zeitungs Marketing Gesellschaft eine Folge der Konjunkturflaute. Das Anzeigenvolumen ist ein Konjunkturindikator.

 

dpa FRANKFURT. "Sobald die Wirtschaft wieder anspringt, werden auch die Stellenanzeigen wieder zunehmen", sagte Hans-Jürgen Hippler, Forschungsleiter der von den Verlagen getragenen Zeitungs Marketing Gesellschaft (ZMG), in einem dpa-Gespräch. Anzeichen für einen Trendwechsel gebe es jedoch noch nicht.

Hippler widersprach der Auffassung, dass das Internet im Anzeigenmarkt für die Zeitungen zur Bedrohung werde. Nach Angaben der ZMG sind im Januar/Februar 2002 im Vergleich zu den beiden ersten Monaten des Vorjahres die Anzeigenumfänge bei den Zeitungen um etwa 12 Prozent zurückgegangen, bei Stellenanzeigen sogar um 40 Prozent. Für die Zeitungen seien außerdem höhere Papierpreise mit einem Anstieg von etwa zehn Prozent in diesem Jahr hinzugekommen.

"Der Rückgang bei den Stellenanzeigen hat vor allem überregionale Zeitungen stark getroffen. Weniger Anzeigen führen wegen des Kostendrucks zu weniger redaktionellen Seiten. Zugleich werden Abonnenten von Zeitungen gerade im oberen Segment in schwierigen Zeiten preisbewusster", sagte Hippler, der sich an die Rezession von 1993/94 erinnert sieht. Überregionale Blätter wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung oder Die Welt hatten diese Woche deutliche Einbußen bei der Auflage im ersten Quartal 2002 gemeldet. Bei der rückläufigen Auflage von Abonnementszeitungen spielt die Euro-Einführung nach Ansicht des ZMG-Experten keine Rolle. Dies gelte jedoch nicht für Kauf-Zeitungen.

In der Konkurrenz zu den Online-Job-Börsen werden sich nach Hipplers Einschätzungen die Zeitungen weiter behaupten. "Bei einem Internet-Useranteil von 40 Prozent bleibt die Zeitung beim Stellenmarkt unverzichtbar. Außerdem ist eine Stellenanzeige in den Printmedien für Unternehmen eine Art Signet zur Imagebildung", glaubt Hippler. Bei den Rubriken und Kleinanzeigen wiederum seien die Zeitungsverlage im Online-Bereich inzwischen vielfache Kooperationen eingegangen, um längerfristig keine Anteile zu verlieren.

Die ZMG will außerdem der werbetreibenden Wirtschaft zeigen, dass Anzeigen in Zeitungen wirkungsvoll sind. Seit Januar läuft ein "Zeitungsmonitor", bei dem jede Woche bundesweit 350 Menschen zur Erinnerung an Werbekampagnen befragt werden. In das auf mehrere Jahre angelegte Projekt fließen jährlich eine Million Euro, über ein Viertel des Gesamtetats der ZMG.

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