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Medienaufsicht wirft RTL-II-Chef Andorfer gezielte Provokation vor

Zwischen RTL-II-Geschäftsführer Josef Andorfer und den Landesmedienanstalten ist ein heftiger Streit entbrannt.

dpa DÜSSELDORF. Der Präsident der Bayerischen Landesanstalt für neue Medien (BLM), Wolf Dieter Ring, warf Andorfer gezielte Verletzung der Spielregeln des deutschen Rundfunksystems vor. "Andorfer geht es nur um die Provokation der Medienaufsicht", sagte Ring am Dienstag. Der RTL-II-Chef müsse sich fragen lassen, ob er geeignet sei, einen Fernsehsender zu leiten.

Andorfer hatte laut Ring am Montag bei einer Veranstaltung der Landesmedienanstalten in Düsseldorf die Einschaltquote als entscheidenden Maßstab für das Fernsehprogramm bezeichnet. Der RTL- II-Geschäftsführer entgegnete jedoch Ring am Dienstag, er habe nie «die Quote zum alleinigen Maßstab dessen gemacht, was im Fernsehen gezeigt werden kann", wie Andorfer sagte. "Meine Aussage war und ist: Die Quote ist die Qualität. Die Quote ist der Zuschauer - genau so wie der Wahlzettel des Bürgers dessen Quote für die von ihm gewählte politische Qualitität ist."

"Wer die Einschaltquoten mit demokratischen Wahlen vergleicht, hat entweder unsere Demokratie oder unser Fernsehsystem oder beides nicht begriffen", entgegnete Ring. Das Internet zeige, wohin es führen könne, wenn es nur nach den Wünschen der Nutzer gehe. Dort seien rassistische Gewalt oder kinderpornografische Inhalte an der Tagesordnung. Ring äußerte sich in seiner Funktion als Vorsitzender der Gemeinsamen Stelle Jugendschutz und Programm der Landesmedienanstalten.

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