Medienbericht bestätigt
Mutmaßlicher Terrorist Zammar unter Kontaktsperre

Trotz mehrerer Anläufe ist es der Bundesregierung vorerst nicht gelungen, zu dem vermutlich in Syrien inhaftierten Terrorverdächtigen Mohammed Haydat Zammar Kontakt aufzunehmen.

wiwo/ap HAMBURG/BERLIN. Einen entsprechenden Bericht des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" bestätigte ein Vertreter des Auswärtigen Amtes am Samstag in Berlin. Der Deutsch-Syrer Zammar soll den zeitweise in Hamburg ansässigen Terrorpiloten Mohammed Atta und andere Personen für die Anschläge am 11. September in New York und Washington angeworben haben.

Laut Auswärtigem Amt wurde der Bundesregierung noch nicht einmal offiziell bestätigt, dass Zammar in Syrien einsitzt. Man gehe aber davon aus, dass dies der Fall sei, betonte der Sprecher. Auch werde man weiterhin versuchen, mit dem Inhaftierten Verbindung aufzunehmen. Dem "Spiegel"-Bericht zufolge begründete Damaskus die Verweigerung des Kontakts mit dem Hinweis, man habe den deutschen Staatsbürger Zammar nie aus seiner syrischen Staatsangehörigkeit entlassen.

Unter Berufung auf US-Ermittler meldet das Magazin weiter, der Festgenommene habe bereits umfassend ausgesagt. Unter anderem habe er zugegeben, die Gruppe um Atta 1998 in einer Hamburger Moschee kennen gelernt zu haben. Später habe er sie gedrängt, sich in El-Kaida-Lagern in Afghanistan ausbilden zu lassen und ihnen 1999 die Reise vermittelt. Laut "Spiegel" befragten die amerikanischen Beamten Zammar nicht persönlich. Offenbar um dem Verdacht der Folterung jegliche Nahrung zu entziehen, übergäben die US-Ermittler den syrischen Behörden lediglich Fragenkataloge.

Unterdessen verlautete aus Madrid, dass der Plan zum Todesflug auf das World Trade Center in Spanien endgültig besiegelt worden sei. Atta habe sich am 10. Juli 2001 in Tarragona mit dem Jemeniten Ramsi Bin el Schibh getroffen, der jetzt weltweit gesucht werde. Auch Marwan al Shehhis, der Todespilot der zweiten Maschine, soll dabei gewesen sein, wie die Zeitung "El Pais" berichtete. Die spanische Polizei habe einen entsprechenden vertraulichen Bericht von 700 Seiten an die amerikanische Bundeskriminalbehörde FBI weitergeleitet.

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