Mediengruppe gibt nach
Anti-Kerry-Film wird nicht gezeigt

Die amerikanische Fernsehsender-Gruppe Sinclair verzichtet auf die Ausstrahlung eines kritischen Films über Präsidentschaftsbewerber John Kerry. Damit reagiert sie auf massive Proteste der Demokraten und Druck von Aktionären.

HB WASHINGTON. Das von dem Unternehmen als Dokumentation bezeichnete Stück soll nun nur in kurzen Auszügen und von weniger Sendern gezeigt werden als ursprünglich geplant, wie aus einer am Dienstag (Ortszeit) veröffentlichten Erklärung hervorgeht. Am selben Tag hatte sich der Druck auf Sinclair noch verstärkt, nachdem die Entlassung eines Mitarbeiters bekannt geworden, der der Ausstrahlung des Gesamtfilms kritisch gegenüber steht.

Die Medien-Gruppe hatte ursprünglich ihre 62 Fernsehstationen im ganzen Land angewiesen, den 45-minütigen Film mit dem Titel "Gestohlene Ehre" in den Tagen vor der Wahl am 2. November zu zeigen. In dem Streifen prangern Vietnamkriegsveteranen Kerrys Rolle in der Antikriegsbewegung an. Kerry hatte selbst in Vietnam gedient, war nach seiner Rückkehr aber zu einem der prominentesten Kriegsgegner geworden. Die Demokraten hatten Sinclair aufgefordert, ihnen eine der Länge des Films entsprechende Sendezeit zur Gegendarstellung einzuräumen, was das Unternehmen aber ablehnte. Im Zuge des Disputs waren die Sinclair-Aktien an der Börse stark gefallen, und Teilhaber hatten sich beim Unternehmen beschwert.

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