Medienkonzern hält Klage für unbegründet
Investmentbank Morgan Grenfell verklagt EM.TV

Zwei Töchter der Deutschen Bank haben das Münchner Medienunternehmen EM.TV nach dessen horrenden Kursverlusten als erste institutionelle Anleger auf Schadensersatz verklagt. Wie EM.TV am Mittwoch mitteilte, wurde eine Klage der Investmenthäuser Morgan Grenfell und Deutsche European Partners IV in London eingereicht.

afp MÜNCHEN. Hintergrund ist ein Vertrag vom März 2000, in dem die Kläger als Gegenleistung für den Verkauf ihrer Anteile an der Formel-Eins-Gesellschaft Speed Investment Limited Aktien von EM.TV erhielten. Nach Medienberichten fühlten sich die Unternehmen dabei von EM.TV über die Geschäftslage falsch informiert. Angeblich stehen Buchverluste von rund 1 Mrd. DM (511 Mill. Euro) im Raum.

Nach Angaben von EM.TV wurde die Höhe der Schadensersatzforderung bislang noch nicht genannt. Sie solle später zugestellt werden. Die Klage sei im August in London eingereicht und dem Unternehmen am gestrigen Dienstag zugestellt worden, sagte Unternehmenssprecherin Stefanie Schusser. Damit hätten die Kläger die maximale Zustellfrist von vier Monaten voll ausgeschöpft. Nach Einschätzung von Experten reichten Morgen Grenfell und Deutsche European Partners IV die Klage in London ein, weil dort für institutionelle Anleger die Erfolgsaussichten größer sind als in Deutschland.

Die Deutsche-Bank-Töchter und EM.TV hatten im März 2000 einen Vertrag geschlossen, in dem die Kläger als Gegenleistung für den Verkauf ihrer Anteile an der Formel-Eins-Gesellschaft Speed Investment Limited Aktien von EM.TV erhielten. Nach Medienberichten fühlten sich die Unternehmen dabei im Nachhinein von EM.TV über die Geschäftslage falsch informiert.

EM.TV weist Klage zurück

EM.TV

wies die Klage dagegen als unbegründet zurück und kündigte an, sich "vollumfänglich dagegen verteidigen" zu wollen. Die Münchner Gesellschaft betonte, "dass sie zu keinem Zeitpunkt zugunsten der Kläger eine Kursgarantie übernommen hat und die Kläger ihre Aktien an der EM.TV schon seit Mitte letzten Jahres hätten veräußern können".

Im Februar 2000 war die EM.TV-Aktie auf ihren Höchststand von über 120 Euro geklettert, in den folgenden Monaten aber dramatisch abgestürzt. Zuletzt stand die Aktie bei rund 1,50 Euro (2,93 DM).

EM.TV musste sich schon in der Vergangenheit immer wieder juristischer Verfahren erwehren. Die Staatsanwaltschaft München wirft den ehemaligen EM.TV-Vorständen Thomas und Florian Haffa vor, im vergangenen Jahr eine falsche Halbjahresbilanz vorgelegt und die Geschäftsentwicklung auch danach zu rosig dargelegt zu haben. Auch mehrere enttäuschte Anleger klagten auf Schadenersatz gegen EM.TV - bislang ohne Erfolg.

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