Medientage eröffnet
Saban fordert Werbeverbot für ARD und ZDF

Der neue Mehrheitseigner der Pro Sieben Sat.1-Gruppe, Haim Saban, hat ein Werbeverbot für ARD und ZDF gefordert. Die deutsche Politik benachteilige das private Fernsehen, sagte Saban am Mittwoch bei den Münchner Medientagen in seiner ersten öffentlichen Rede in Deutschland: "Hier wird mit zweierlei Maß gemessen."

HB MÜNCHEN. Die Sendeanstalten bekämen 6,5 Milliarden Euro Gebühren und dürften zudem mit Werbung weitere Hunderte Millionen kassieren. Alle privaten Sender zusammen finanzierten sich mit vier Milliarden an Werbeeinnahmen. Wenn ARD und ZDF Werbung verboten würde, könnten über 20 Privatsender davon profitieren und Vielfalt und Wettbewerb stärken, sagte Saban. Während in öffentlich-rechtlichen Sendern Product-Placement an der Tagesordnung sei, müssten Private in diesem Fall mit Sanktionen rechnen.

Saban hat nach der Übernahme von Deutschlands größtem TV-Konzern Pro Sieben Sat 1 weitere Investitionen in Aussicht gestellt. Seine Investorengruppe verfüge über 40 Milliarden Dollar, ein Teil davon sei noch nicht investiert, sagte er.

Wenn sich die Geschäfte der Senderfamilie gut entwickelten, hoffe er, weitere Investitionen in Deutschland tätigen zu können. Bis Freitag diskutiert die Branche in München über neueste Entwicklungen in der Medienlandschaft und Wege aus der Krise. Zum europaweit wichtigsten Kongress dieser Art und einer begleitenden Fachmesse werden mehr als 5 000 Besucher erwartet.

Für die Entwicklung seines Unternehmens zeigte sich Saban optimistisch. "Wir glauben an Urs Rohner, wir glauben an unsere Zukunft." In den kommenden Jahren werde sich die Marktposition von ProSiebenSat.1 verstärken. "Ich glaube, dass unsere Wettbewerber unsere Präsenz sehen und fühlen werden." Auch Pro Sieben Sat 1-Vorstandschef Urs Rohner, dessen Vertrag kürzlich vorzeitig bis Ende 2006 verlängert worden war, sieht mit dem neuen Eigentümer gute Chancen für die Senderfamilie. "Ich bin zufrieden und glücklich über diese Lösung, wir haben schon unsere Hausaufgaben gemacht und bereits 20 Prozent der Kosten eingespart."

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