Medienwächter erwarten Ende des "Qualitäts-Dumpings"
Neue Selbstkontrolle soll Schmuddel-TV eindämmen

ap MÜNCHEN. Im privaten Fernsehen soll es schon bald weniger Schmuddelfilme und umstrittene Psychoshows geben. Der Präsident der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien, Wolf-Dieter Ring, sagte der Nachrichtenagentur AP, die Sender wollten noch vor Ostern einen Entwurf für eine wirksame Selbstkontrolle vorlegen. "Wir erwarten, dass das praktische Auswirkungen auf die Programme hat und Problemfälle deutlich reduziert werden", sagte Ring.

Die kommerziellen Fernsehsender stünden in scharfem Wettbewerb und versuchten, "mit problematischen Formaten Erfolg zu haben". Allein im vergangenen Jahr habe die Medienaufsicht 68 Problemfälle festgestellt, sagte der Vorsitzende der Gemeinsamen Stelle Jugendschutz der Medienzentralen. Zum Beispiel habe Big Brother Mobbing zum nachahmenswerten Prinzip gemacht für Kinder und Jugendliche. RTL-2 habe die Aufsichtsgremien besonders provoziert und mit einer ganzen Reihe von Pornofilmen Quote und Gewinn gesteigert.

Wenn sich jetzt alle Sender auf Spielregeln verständigten, dann könnte "das Qualitäts-Dumping, diese Spirale nach unten" gestoppt werden, erklärte Ring. Die Sender könnten dann an ihren eigenen Ansprüchen gemessen werden. Öffentliche Kritik bedeute Imageverlust und wirke sich mittelfristig auf Werbung und Geschäftserfolg aus.

Die Einhaltung freiwilliger Regeln müsse aber von den Medienzentralen kontrolliert werden. "Sonst wird die Selbstkontrolle schnell wieder einschlafen", sagte Ring. Bei Talkshows hätten die Sender bereits detaillierte Verhaltensregeln vereinbart. "Das hat Wirkung gezeigt."

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