Medienwerte belasten
Neuer Markt legt zu

Der Frankfurter Neue Markt hat am Freitag trotz schwächerer US-Börsen ein leichtes Plus ins Wochenende gerettet.

dpa-afx FRANKFURT. Vor allem fallende Kurse an der US-Technologieleitbörse Nasdaq hätten den Markt im späten Handel belastet, hieß es im Handel. Der Auswahl-Index Nemax 50 legte 0,42 % zu und schloss mit 1 240,41 Punkten. Der alle Werte des Börsensegments umfassende Nemax All Share kletterte um 0,18 % auf 1 176,65 Zähler.

Im frühen Handel war der Nemax 50 zeitweise bis auf 1 271,12 Zähler geklettert. "Das lag an den guten Vorgaben aus den USA vom Vortag", sagte ein Händler. Sowohl die Technologiebörse Nasdaq als auch der Dow Jones hatten am Vortag ihre Gewinne deutlich vergrößert. Der Nasdaq-Composite-Index lag am Abend 0,3 Prozent im Minus bei 1 927,40 Punkten. Im Wochenvergleich lag der Nemax 50 um 5,6 Prozent unter dem Schlusskurs vom vergangenen Freitag.

Ein Frankfurter Broker sagte, am Nachmittag seien die Werte wegen der unerwartet schlecht ausgefallenen US-Konjunkturdaten unter Druck geraten. Auch die Medienwerte hätten den Aufwärtsdrang des Neuen Markts gebremst, sagte ein Händler. Nachdem Senator Entertainment angekündigt hatte, in diesem Jahr die Prognosen nicht zu erfüllen, brachen die Aktien des Filmverleihers im Xetra-Handel um 15,42 Prozent auf 3,29 Euro ein.

EM.TV stiegen um 4,62 Prozent auf 2,04 Euro, nachdem sie im Tagesverlauf zwischen 1,92 und 2,20 Euro gehandelt worden waren. Die Geschäftszahlen des krisengeschüttelten Medienunternehmens hätten sich nach genauerem Hinsehen als enttäuschend entpuppt, sagte ein Münchener Analyst.

Kinowelt wurden im Mittagshandel für zwei Stunden vom Handel ausgesetzt. Der Filmproduzent hatte mitgeteilt, die niederländische Großbank ABN Amro habe am Vortag Insolvenz für Kinowelt beantragt. Nach Wiederaufnahme gab der Aktienkurs deutlich nach. Kinowelt gingen mit einem Minus von 10,64 Prozent auf 0,42 Euro aus dem Handel. Händler waren kaum überrascht von der Insolvenz des Münchener Unternehmens. "Jeder hat nur noch auf eine amtliche Bestätigung gewartet", sagte ein Börsianer.

An die Spitze des Nemax 50 setzten sich Umweltkontor . Die Aktien des Windanlagen-Bauers stiegen um 10,66 Prozent auf 10,80 Euro. In den vergangenen Tagen hatte die Aktie deutlich an Wert verloren, nachdem das Unternehmen am Mittwoch enttäuschende Quartalszahlen veröffentlicht hatte. Analysten hatten sich zudem skeptisch geäußert, dass Umweltkontor die Jahresprognosen erfüllen wird.

Deutlich fester notierten die Aktien der Direktbanken. Consors sei "sicherlich ein Wert, auf den man achten muss, nachdem die Postbank ins Spiel gebracht worden ist", sagte Analyst Marius Hoerner von Lang & Schwarz. Die Deutsche-Post-Tochter hat nach Angaben der "Financial Times Deutschland" ihr Interesse am Erwerb des Online-Brokers bekundet. Consors wollte diesen Bericht bislang nicht kommentieren. Der Aktienkurs des zum Verkauf stehenden Unternehmens kletterten um 1,91 Prozent auf 10,19 Euro. Comdirect Bank gewannen 3,16 Prozent auf 10,44 Euro, und DAB Bank legten 2,37 Prozent auf 14,25 Euro zu.

Die Anteilscheine des Spezialmaschinenbauers und Nemax-50-Schwergewichts Aixtron schlossen mit einem knappen Plus von 0,19 Prozent bei 26,80 Euro. Zwischenzeitlich hatten Aixtron mehr als sechs Prozent zugelegt, nachdem Spekulationen über die Aufnahme der Unternehmens in den MSCI-Deutschland aufgekommen waren, sagten Händler. Der weltweit führende Index-Anbieter MSCI (Morgan Stanley Capital Investments) stellt an diesem Freitag seine vor allem von Fonds-Anbietern viel beachteten Indizes von Marktkapitalisierung auf Streubesitz um.

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