Medigene AG sieht Rückstand bei Arzneientwicklung
Zukunftschancen der Biotech-Firmen umstritten

Die Zukunft pharmazeutischer Biotech-Unternehmen in Deutschland ist unter Experten umstritten. Der Vorstandschef der Medigene AG, Peter Heinrich, sagte am Mittwoch auf einem Kongress in Garching bei München, die neuen Unternehmen hätten noch kein Medikament aus eigener Entwicklung auf den Markt gebracht. Die deutsche Biotech-Industrie sei in der Medikamentenentwicklung etwa zehn Jahre hinter den USA zurück. In den nächsten Jahren werde es deutliche Bereinigungen geben.

ap MüNCHEN. Heinrich räumte ein, die kleinen und mittleren Firmen seien sehr dynamisch gewachsen und mit inzwischen 10 000 Mitarbeitern wichtige Jobmaschinen. Aber viele Neugründungen hätten kein tragfähiges Geschäftskonzept.

Der Vorsitzende der Industrievereinigung Biotechnologie, Dieter Wißler, sieht hingegen Deutschland auf dem Weg zum führenden Standort für Biotechnologie in Europa. In Deutschland seien heute 80 gentechnisch hergestellte Medikamente auf dem Markt, die rund zwei Mrd. DM Umsatz brächten. Der Marktanteil solcher Arzneien werde sich in den nächsten 15 Jahren auf 15 % verdreifachen.

Ob sich die Dynamik der "roten Gentechnik" aber bei der "grünen Gentechnik" wiederhole, bleibe abzuwarten, sagte Wißler. Die Entwicklung von BSE-Schnelltests sei von der Gesellschaft zwar begrüßt worden; Biomarker könnten Lebensmittelketten transparenter machen, und gentechnisch veränderte Sojapflanzen könnten Tiermehl ersetzen. Um das Akzeptanzproblem aber zu überwinden, müsse der Nutzen der Biotechnologie für die Menschen besser erklärt werden. Der Hinweis auf Arbeitsplätze reiche nicht. Zum Beispiel könnten Diabetiker in Zukunft einen Bio-Chip unter der Haut tragen, der ständig den Blutzuckerspiegel messe und bei Unterzuckerung oder Schock automatisch über Handy den Notarzt alarmiere.

Mit dem Einsatz von Enzymen in Waschmitteln würden schon heute zwei Drittel der Bleichchemikalien eingespart, sagte Günter Wich von der Wacker Chemie AG.

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