Medigene, Morphosys, Lion Bioscience und GPC Biotech besonders gefragt
Biotech-Werte ziehen den Nemax 50 nach oben

Die Unsicherheit am Neuen Markt ist zwar nach wie vor spürbar. Es sei aber durchaus wieder Kaufneigung festzustellen, meinen Händler. Der Nemax legte gestern bis zum Abend um 1,4 Prozent auf 878 Punkte zu. Der Nemax 50 gewann vor allem wegen der Nachfrage nach Biotech-Titeln um 2,9 Prozent auf 846 Punkte.

FRANKFURT/M. In Zeiten, in denen die Unsicherheit groß und die Umsätze an der Börse gering sind, fallen außergewöhnliche Kursausschläge umso mehr auf. So geschehen, als gestern plötzlich eine ganze Reihe von Biotech-Werten die Gewinnerliste anführte und damit der gesamten Branche zu neuem Ansehen bei den Anlegern verhalf. Ob das von Dauer sein wird, ist in der gegenwärtigen Börsensituation ungewiss. Allerdings tun dem gesamten Neuen Markt solche Kursgewinne bei Werten, denen noch immer eine gewisse Substanz zugebilligt wird, gut.

Mit Medigene, Morphosys, Lion Bioscience und GPC Biotech standen gestern vier Werte ganz oben, die allesamt zwar nichts neues zu berichten hatten. Sie profitierten jedoch offenbar von der Einsicht, dass die Terroranschläge in den USA den Biotech-Unternehmen wohl relativ wenig ausmachen würden. Besonders auffällig ist der Aufwärtstrend bei der Medigene-Aktie. Seit der letzten Septemberwoche hat sich der Aktienkurs des Martinsrieder Entwicklers von Therapeutika etwa verdoppelt. Gestern legte die Aktie bis zum Abend 14,2 % auf 16,56 Euro zu. Um 9 % auf 9,86 Euro verteuerten sich GPC, 7,4 % auf 39,75 Euro gewannen Morphosys und 8,2 % auf 13,69 legten Lion Bioscience zu. Den geringsten Kursgewinn verbuchte Qiagen mit 4,3 % auf 18,07 Euro. Qiagen war jedoch auch das einzige Biotech-Unternehmen aus dem Nemax 50, das konkretes zu melden hatte. Mit der niederländischen Kreatech Biotechnology wurde eine Marketing- und Verkaufskooperation vereinbart.

Ansonsten verging auch der heutige Tag nicht, ohne dass einige Unternehmen ihre Prognosen nach unten geschraubt hätten. Ein Entwicklung, die sich wohl in den nächsten Wochen noch verstärken wird, glauben Experten, zumal dann die Ergebnisse des dritten Quartals allmählich publik werden. Der Online-Gewinnspiel-Anbieter E.Multi Digitale Dienste, der Filmrechtehändler Helkon Media und der Foto-Dienstleister Pixelnet mussten ihre Ziele zurückstecken. E.Multi verloren 33,3 % auf 0,54 Euro, Helkon 36,7 % auf 1,90 Euro und Pixelnet gaben 12,6 % auf 5 Euro ab. Der Fotodienstleister Pixelnet, der seine Umsatzerwartung um etwa 20 % auf 222 Mill. Euro senkte, will allerdings dabei nach wie vor ein operatives Ergebnis von 4,8 Mill. Euro erzielen. Dem schenkten die Anleger wenig Glauben, obwohl sich dadurch sogar die Gewinnmarge von etwa 1,7 % auf 2,2 % verbessern würde.

Noch wesentlich tiefer im Schlamassel steckt die Berliner Lipro AG. Über das Vermögen der Softwarefirma wurde gestern das Insolvenzverfahren eröffnet. Trotzdem legte die Aktie um sagenhafte 169 % auf 0,35 Euro zu. Da stellt sich natürlich die Frage, wer da wohl noch einsteigt? Institutionelle Anleger wohl kaum. Also müssen es wieder einmal die Spekulanten gewesen sein, die hinter der vom Unternehmen angekündigten grundlegenden Sanierung eine Erfolg versprechende Idee vermuteten. Glücksspiel auf legalem Weg, wie es ein Experte nannte.

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