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Medion kriselt nach Bericht über verlorenen Aldi-Auftrag

Ein Bericht über einen angeblich verlorenen Aldi-Auftrag hat die Aktie des Elektronik-Anbieters Medion zeitweise auf ein Rekordtief sacken lassen. Das Papier brach am Donnerstag um bis zu 18 % auf 14 € ein, erholte sich dann allerdings wieder leicht.

dpa ESSEN. Ein Bericht über einen angeblich verlorenen Aldi-Auftrag hat die Aktie des Elektronik-Anbieters Medion zeitweise auf ein Rekordtief sacken lassen. Das Papier brach am Donnerstag um bis zu 18 % auf 14 ? ein, erholte sich dann allerdings wieder leicht.

Das unter anderem als Aldi-Lieferant bekannte Essener Unternehmen soll nach einem Bericht des "manager magazins" (Freitag) Anfang des Jahres einen Großauftrag über 100 000 Fernseher von Aldi- Süd für das Weihnachtsgeschäft 2004 verloren haben. Eine Quelle nannte das Magazin nicht.

Medion kommentierte dies nicht direkt und wies auf Geheimhaltungsvereinbarungen hin. Grundsätzlich werde aber nicht bereits zu Jahresanfang über größere Weihnachtsgeschäfte verhandelt. Zu Aufträgen einzelner Kunden nehme man keine Stellung. "Die erfolgreiche Geschäftsbeziehung von Aldi Nord und Süd zu Medion ist absolut intakt und steht auf einer soliden Basis", betonte das Unternehmen. Die Partnerschaft werde wie gewohnt fortgeführt. Aldi Süd erklärte auf Anfrage der Finanznachrichtenagentur dpa-AFX, man könne der Medion-Erklärung "inhaltlich in vollem Umfang zustimmen".

Dem Bericht zufolge soll der Elektronik-Lieferant größere Probleme haben als bekannt. Die Ware werde anstatt von Medion von zwei türkischen Konkurrenten geliefert, hieß es. Aldi-Süd und Aldi-Nord seien mit einem Umsatzanteil von rund 60 % die wichtigsten Medion-Kunden. Zudem hieß es in dem Bericht, die Personalkosten stiegen schneller als der Umsatz.

Die Medion-Aktie war bereits Ende Juli nach einer Gewinnwarnung kräftig abgestürzt - damals sogar um gut 36 % auf weniger als 19 ?. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) hatte daraufhin ein Verfahren wegen des Verdachts des Insiderhandels eingeleitet.

Medion hatte damals mit der schwachen Konsumkonjunktur argumentiert und die bisher erwarteten zweistelligen Steigerungen bei Umsatz und Ergebnis als Ziel für 2004 als "zu ehrgeizig" zurückgenommen. Ein Rückgang im Jahresvergleich sei nicht mehr auszuschließen. Der Gewinn war im ersten Halbjahr um 13,5 % auf 33,9 Mill. ? gefallen, der Umsatz legte dagegen im gleichen Zeitraum um 5 % zu.

Mit einem Marktanteil von 9,5 % am PC-Absatz in Deutschland liegt Medion an dritter Stelle hinter dem deutschen Marktführer Fujitsu-Siemens (17,9 %) und hinter Hewlett-Packard (10,2 %).

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