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Medion verliert angeblich Großauftrag von Aldi - Aktie bricht ein

Zum zweiten Mal innerhalb weniger Wochen haben Nachrichten um den Essener Elektronikgroßhändler Medion die Märkte schockiert. Einem am Donnerstag veröffentlichten Vorabbericht des "manager magazins" (Septemberausgabe) zufolge hat Medion Anfang dieses Jahres einen Großauftrag von Aldi Süd über 100 000 Fernseher an zwei türkische Konkurrenten verloren.

dpa-afx HAMBURG. Zum zweiten Mal innerhalb weniger Wochen haben Nachrichten um den Essener Elektronikgroßhändler Medion die Märkte schockiert. Einem am Donnerstag veröffentlichten Vorabbericht des "manager magazins" (Septemberausgabe) zufolge hat Medion Anfang dieses Jahres einen Großauftrag von Aldi Süd über 100 000 Fernseher an zwei türkische Konkurrenten verloren.

Medion betonte, die Geschäftsbeziehung mit Aldi seien "absolut intakt" und stünden "auf einer soliden Basis". Zu der Frage, ob sie den TV-Auftrag bekommen hätten oder nicht, wollte sich das Unternehmen nicht äußern. Einem Analysten sagte das Unternehmen, an dem Bericht sei "nichts dran". In der Mitteilung des Essener Konzerns hieß es lediglich, zu Jahresbeginn werde bei Medion nicht über größere Weihnachtsgeschäfte verhandelt. Der Elektronikhändler betonte, Aldi und Medion würden auch "in Zukunft die erfolgreiche Partnerschaft in gewohnter Weise fortführen". Aldi-Süd bestätigte die Angaben seines "langjährigen Partners".

Aktie Bricht EIN

Die Medion-Aktie brach nach Veröffentlichung des Vorabberichts am Donnerstag zeitweise um rund 18 % ein. Dafür waren nach Angaben eines Analysten vor allem Befürchtungen verantwortlich, Aldi könne sich komplett von Medion trennen. Nach dem Dementi der Unternehmen erholte sich die Aktie leicht und notierte gegen 16.00 Uhr mit minus 10,71 % bei 15,25 ?. Sie blieb mit Abstand schwächster Mdax-Wert .

Bereits Ende Juli war die Medion-Aktie um fast 36 % auf weniger als 19 ? abgestürzt, nachdem das Unternehmen mit einer Umsatz- und Gewinnwarnung überrascht hatte. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) hatte daraufhin eine förmliche Untersuchung wegen des Verdachts des Insiderhandels eingeleitet.

Laut "manager magazin" geht es bei dem geplatzten Auftrag um die Lieferung von mehr als 100 000 Fernsehgeräten. Nach Schätzung eines Analysten liegt das Umsatzvolumen eines solchen Auftrages zwischen 30 und 50 Mill. ?. "Das würde sich schon spürbar bei Umsatz und Gewinn niederschlagen."

In dem Bericht heißt es weiter, zwei türkische Konkurrenten würden die Ware nun an Aldi liefern. Eine Sprecherin des türkische Elektronikherstellers Beko sagte auf Anfrage, das Unternehmen habe keinen Auftrag von Aldi bekommen. Der Aldi-Auftrag sei zudem gar nicht an einen türkischen Lieferanten gegangen. "Das ist eine Fehlinformation." Beko hatte kürzlich zusammen mit seinem britischen Partner Alba die Fernsehsparte des Grundigkonzerns aus der Insolvenz heraus übernommen.

Analyst: 'Verlust DES Auftrages Wäre Sehr Schlecht'

Dem Bericht des "manager magazins" zufolge sind die beiden Aldi-Gruppen mit einem Umsatzanteil von rund 60 % die wichtigsten Medion-Kunden. Auch ein Händler bestätigte, Aldi sei für das Unternehmen "extrem wichtig". Nach Meinung von Analysten wäre der Verlust eines Auftrags dieser Größenordnung "sehr schlecht" für den Elektronikhersteller, der "mit Aldi erst groß geworden ist". Für die Zukunft von Medion wäre entscheidend, ob es dem Unternehmen gelingen werde, weiterhin "Über-Renditen" zu erzielen.

Analyst Oliver Drebing von SES Research sagte, selbst wenn Medion diesen Aldi-Auftrag nicht bekommen habe, "ist das kein Tiefschlag für das Unternehmen". Aldi habe schon immer mehrere Lieferanten gehabt. "Medion ist kein Exklusiv-Lieferant."

Mit einem Marktanteil von 9,5 % am PC-Absatz in Deutschland liegt Medion an dritter Stelle hinter dem deutschen Marktführer Fujitsu-Siemens (17,9 %) und hinter Hewlett-Packard (10,2 %).

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