Medizintechnik aus dem Baltikum profitiert von niedrigen Löhnen
Lettland drängt auf den Weltmarkt

Ein Zukunftsunternehmen würde man hier kaum vermuten: Doch in dem Plattenbau im Außenbezirk von Riga machen Ivan Mironov und 30 Mitarbeiter ihr Unternehmen Elmi fit für die EU. Sie produzieren in Lettland medizintechnische Geräte, Mixer und Zentrifugen für Labore, Kliniken und Biotech-Firmen.

hst RIGA. "Wir exportieren weltweit", sagt Mironov - und beweist, dass nicht nur Auslandsinvestoren die Standortvorteile zur Eroberung neuer Märkte nutzen können. 60 % der Produktion gehen in die EU, nur 0,5 % bleiben in Lettland. Vom EU-Beitritt am 1. Mai erhofft sich Mironov einen weiteren Schub: "Wir kommen näher an unsere Abnehmerländer heran und wollen noch deutlich expandieren."

Kurz nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion hatte der 50-Jährige seine Firma mit vier anderen Ingenieuren und Physikern aufgebaut. Mittlerweile hat Elmi einen Namen als Lieferant von High-Tech-Produkten zu einem äußerst konkurrenzfähigen Preis. Die Arbeitskosten sind niedrig, der Monatslohn liegt bei etwa 300 Euro. Vor drei Jahren erhielt Elmi einen Förderpreis der deutschen Wirtschaft. Urkunde, Freiflug und ein Messebesuch wirkten als Eintrittskarte: "Deutschland war für uns die Tür zu allen anderen Märkten", erinnert sich Mironov. Dennoch waren die Anfangsjahre hart. Am schwierigsten, ergänzt sein Sohn Andrew, der für Marketing und Vertrieb verantwortlich ist, "war die Anpassung an europäische Qualitäts- und Managementstandards."

Doch längst werden schwarze Zahlen geschrieben. "Wir verdoppeln unseren Umsatz seit 1999 von Jahr zu Jahr", sagt Mironov. Angst vor neuen Herausforderungen? Er schüttelt den Kopf: "Wir haben die Perestroika und die Rubelkrise überlebt, wir meistern auch die EU."

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