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Mega-Anleihe von GM lockt mit Renditeaufschlag

Die US-Zinsentscheidung weist den Weg für die Entwicklung am Rentenmarkt. Telekom-Anleihen steigen in der Anlegergunst.

FRANKFURT/M. Wie nicht anders zu erwarten, war die Frage an den Anleihemärkten gestern: Um wie viel senkt die Fed die Leitzinsen? Je etwa die Hälfte der Experten rechnete mit Schritten von 25 beziehungsweise 50 Basispunkten auf der Zinstreppe nach unten auf 1 % oder 0,75 %. Vor der Zinsentscheidung lag die Rendite zehnjähriger US-Treasuries wie am Vortag bei 3,26 %. Zehnjährige Bundesanleihen warfen 3,63 % ab nach 3,67 %. Der Bund-Future notierte 41 Basispunkte höher bei 118,29 %. Schwache Zahlen zu den langlebigen Investitionsgütern in den USA hatten die Anleger in Anleihen getrieben.

Nach Einschätzung der West LB Research wird der Markt einen kleinen Zinsschritt als leise Enttäuschung auffassen, mit in der Folge weiter sinkenden Kursen . Bei einer großen Zinssenkung sehen sie Potenzial für eine "moderate Rally".

Am Sekundärmarkt für Unternehmensanleihen fielen Telekombonds auf, deren Renditeaufschläge zu Staatsanleihen (Spreads) sich einengten. Händler führten die gestiegene Attraktivität der Bonds darauf zurück, dass die Ratingagentur Moody?s den Ausblick für Anleihen der Deutschen Telekom von "stabil" auf "positiv" veränderte und Standard & Poor?s (S&P) das Rating des niederländischen Telekommunikationskonzerns KPN um eine Stufe auf "BBB+" erhöhte.

Daneben bewegten sich - ohne klare Richtung - die Kurse von Autoanleihen mehr als gewöhnlich. Händler machten dafür die für Donnerstag erwartete Mega-Anleihe des weltgrößten Autobauers General Motors (GM) über 13 Mrd. $ zur Aufbesserung seiner Pensionskassen verantwortlich. Geplant sind etliche verschiedene Tranchen in Dollar, Euro und Pfund mit Laufzeiten zwischen drei und 30 Jahren. Die Renditen werden deutlich über denen von Staatsanleihen vergleichbarer Laufzeit liegen, da Moody?s die Bonität von GM mit "Baa3" und S&P mit "BBB" mit nur einer beziehungsweise zwei Stufen über dem Junk-Bondbereich, den "Schrottanleihen", einstufen.

Erstmals gehandelt wurde gestern eine Anleihe Rumäniens über 700 Mill. Euro. Entgegen der Hoffnungen der Anleger weiteten sich die Spreads am ersten Handelstag aus. Das siebenjährige Papier des EU-Beitrittskandidaten für 2007 rentiert mit knapp 6 % - deutlich höher als vergleichbare Anleihen von Ländern wie Tschechien oder Ungarn, die bereits 2004 der EU beitreten. Investoren hoffen bei Engagements in das rumänische Papier auf eine ähnliche Renditeentwicklung, wie sie Bonds von Staaten vorgeführt haben, die 2004 beitreten: Langsame Annäherung an EU-Niveau.

Die größte neue Unternehmensanleihe platzierte gestern British American Tobacco (BAT), der zweitgrößte Zigarettenproduzent der Welt, mit einer Emission über 1 Mrd. Euro. Das zehnjährige Papier rentiert 145 Basispunkte über der Swapmitte, was gestern rund 5,2 % entsprach. Konsortialführer waren BNP Paribas, Citigroup und HSBC. Moody?s stuft die Kreditwürdigkeit von BAT mit "Baa1" um eine Stufe niedriger ein als S&P mit "A-".

Daneben begab unter anderem die Europäische Investitionsbank (EIB) eine Anleihe über 750 Mill. $.

Für heute erwartet der Markt eine zehnjährige Anleihe der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) über das Volumen von 5 Mrd. Euro. Dem Vernehmen nach soll das Papier zwischen 13 und 16 Basispunkte über Bundesanleihen vergleichbarer Laufzeit rentieren. Auch Marokko wird noch in dieser Woche seinen Bond über mindestens 300 Mill. Euro begeben.

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