Meggle kommt auch bei Abstieg
Rostocker Ängste vor der grauen Theorie

Nach dem 0:1 gegen Hertha, dem 0:4 in Wolfsburg droht Hansa Rostock im dramatischen Abstiegskampf der Fußball-Bundesliga plötzlich wieder der Super-Gau.

sid ROSTOCK. Vor dem letzten Heimspiel der Saison gegen Borussia Mönchengladbach (Sa., 15.30 Uhr/live bei Premiere) macht sich trotz sechs Punkten Abstand auf den 16. Tabellenplatz an der Ostsee die eigentlich schon verbannte Abstiegsangst breit. Denn auf das Saisonfinale bei Bayern München wollen sich die Ostseestädter angesichts der eklatanten Auswärtsschwäche (sieben Punkte) nicht verlassen.

"Die Entscheidung wird gegen Gladbach fallen. Wir benötigen nur noch einen Punkt und sind zu Hause in diesem Jahr noch ungeschlagen", meinte Trainer Armin Veh. Ähnlich optimistisch sieht der seit Jahren vom Rostocker Bundesliga-Existenzkampf gestählte Peter Wibran die Ausgangslage: "Theoretisch können wir noch absteigen. Aber wir kennen die Situation schon seit langem und werden uns nicht auf die Anderen verlassen." Doch bei deutlichen Siegen der Konkurrenz aus Nürnberg und Freiburg würde sich die theoretische Größe - Abstieg - für die Rostocker zur grausamen Realität wandeln.

Damit die Hanseaten im kommenden Jahr von derartigen Sorgen verschont bleiben, hat der Klub für seine Verhältnisse tief in die Tasche gegriffen. So war am Dienstag die Verpflichtung von Thomas Meggle, dem Noch-Regisseur von St. Pauli, bekanntgegeben worden. Der 27-Jährige hatte noch bis 2003 einen Vertrag in Hamburg und wurde für die festgeschriebene Ablösesumme von 450 000 Euro aus dem laufenden Kontrakt freigekauft.

Meggle, der einen Kontrakt bis 2005 mit Gültigkeit in der ersten und zweiten Liga unterschrieb, war bereits der vierte `Neue". Zuvor hatten Joakim Persson (Esbjerg FB), Godfried Aduobe (SSV Reutlingen) und Uwe Möhrle (SC Pfullendorf) in Rostock zugesagt. Insbesondere Meggles Entscheidung war eine echte Überraschung, stand er doch auch beim Hamburger SV, bei Borussia Mönchengladbach sowie bei ausländischen Vereinen in Spanien und Italien auf der Wunschliste. "Ich kenne Armin Veh schon seit meiner Jugendzeit beim FC Augsburg. Das hat am Ende den Ausschlag gegeben", erklärte der gebürtige Bayer.

Für Veh ist Meggle nicht nur auf Grund seiner spielerischen Fähigkeiten eine wichtige Verstärkung. "Er ist ein intelligenter Spieler, der auf dem Platz auch mal laut wird und den Mitspielern die Meinung sagt. So einer fehlte uns in dieser Saison", erläuterte der seit Jahresbeginn bei den Mecklenburgern tätige Coach. So hatte Meggle am letzten Spieltag nach vollmundigen Ankündigungen bei der 0:4-Pleite im Derby gegen den HSV einen Elfmeter verschossen und sich anschließend vor laufenden TV-Kameras bei Mitspielern und Fans entschuldigt.

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