Mehdorn ärgert sich über Diskriminierungsvorwürfe
Bahn nimmt mit neuem Trassenpreis Kritikern den Wind aus den Segeln

Mitten in der aktuellen verkehrspolitischen Diskussion um die Herauslösung des Schienennetzes aus dem Konzern der Deutschen Bahn AG hat die Bahn überraschend eine Änderung ihres Trassenpreis-Systems angekündigt.

ek DÜSSELDORF. Ab 1. Januar 2001 sollen sämtliche Nutzer des Schienennetzes einen einheitlichen, linearen Trassenpreis zahlen.

Die Bahn verabschiedet sich damit schon wieder von ihrem erst vor zwei Jahren in Abstimmung mit dem Bundeskartellamt eingeführten zweistufigen System. Es sieht erhebliche Rabatte für Großabnehmer von Bahntrassen vor und begünstigt deshalb zwangsläufig die operativen Konzerntöchter im Personen- und Güterverkehr. Dies war in der Vergangenheit immer wieder von regionalen Bahngesellschaften und Betreibern insbesondere von Güterzügen immer wieder kritisiert worden. Auch das Kartellamt wurde eingeschaltet, hat aber bisher noch keine Abmahnung ausgesprochen.

"Ich bin es leid, dass einzelne Wettbewerber uns unberechtigterweise Diskriminierung vorwerfen", lässt sich Bahnchef Hartmut Mehdorn in einer Presse-Erklärung zitieren. Das jetzt aufgegebene mengendegressive Preissystem sei in der freien Marktwirtschaft gang und gäbe: Wer viel Leistung bestelle und sich am Auslastungsrisiko beteilige, bekomme günstigere Bedingungen.

Mit dem künftigen System könne höchstens von einer Diskriminierung der Bahn AG gesprochen werden, die als mit Abstand größter Betreiber über die Trassenpreise einen Großteil des Gesamtsystems finanziere. Insgesamt gibt es etwa 180 "Dritte", die auf dem DB-Netz fahren; zum Umsatz des Bereichs Fahrweg von 7,4 Mrd. DM trugen sie im letzten Jahr lediglich zu 4 % bei.

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