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Mehdorn droht Stoiber im Wahlkampf

Hartmut Mehdorn, Chef der Deutschen Bahn AG, mischt sich massiv in den Bundestagswahlkampf ein. In einem der WirtschaftsWoche vorliegenden Brief an Unions-Kanzlerkandidat Edmund Stoiber verlangt er, einen von der CDU/CSU-Bundestagsfraktion geplanten Kongress zur Trennung von Netz und Betrieb bei der Bahn abzusagen.

DÜSSELDORF. Mehdorn: "Der CDU/CSU soll offenbar empfohlen werden, sich im Wahlkampf für eine Trennung einzusetzen." Die Podien seien, so Mehdorn, einseitig mit Experten besetzt, denen der Bahn-Chef die Qualifikation abspricht. Dabei sind nach WirtschaftsWoche-Informationen neben renommierten Wissenschaftlern auch Bahn-Vorstände eingeladen. Falls Stoiber seinen Forderungen nicht nachkomme, droht Mehdorn, sich gegen den Kandidaten zu stellen und spielt dabei auf das Wählerpotenzial von über 125 000 Bahn-Mitarbeitern an: "Deshalb bitte ich sie dringend, Ihre Möglichkeiten zu nutzen, eine Festlegung gegen die Bahn zu vermeiden."

Der bayerische Verkehrsminister Otto Wiesheu verwahrt sich gegen die Einmischung: "Wenn der Bahnchef ein Eingreifen in den Wahlkampf ankündigt, dann versteht er seine Rolle falsch und schadet der DB AG." Aus der Unionsfraktionsspitze heißt es: "Offenbar existieren bei Herrn Mehdorn Kenntnisdefizite über die Aufgaben des Parlaments."

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