Mehdorn: Regionale Verkehrsverbünde müssen mitziehen
Die Bahn verzichtet auf Preiserhöhungen im Nahverkehr

Vor dem Hintergrund hoher Benzinkosten für Autofahrer will die Deutsche Bahn AG auf Preiserhöhungen im Nahverkehr verzichten und so mehr Menschen auf die Schiene locken.

afp BERLIN. Wie das Unternehmen am Dienstag in Berlin mitteilte, plant die Bahn-Führung, eine ursprünglich angekündigte Anhebung der Ticket-Preise um drei Prozent zurückzunehmen. Bedingung sei aber, dass auch die Verkehrsverbünde ihre Preise nicht erhöhten. Bahn-Chef Hartmut Mehdorn erklärte, er hoffe, dass auf der bevorstehenden Verkehrsministerkonferenz in dieser Frage eine Einigung erzielt werden könne. Das Unternehmen kündigte zudem an, entgegen früheren Planungen auch im Güterverkehr die Tarife stabil zu belassen. Bündnis90/Grüne werteten den Verzicht auf Preiserhöhungen als "wichtiges Signal im Wettbewerb der Verkehrsträger".

"Wir wollen dazu beitragen, dass für kosten- und umweltbewusste Reisende die Bahn mehr den je eine attraktive Alternative zum Auto ist", erklärte der Bahn-Vorstand für den Bereich Personennahverkehr, Christoph Franz. Mehdorn betonte, aus dem dem Verzicht "auf wirtschaftlich eigentlich notwendige Preiserhöhungen" und Nahverkehrseinnahmen im hohen zweistelligen Millionenbereich dürfe dem Unternehmen "kein zusätzlicher Wettbewerbsnachteil entstehen". Bis eine Einigung auf der Verkehrsministerkonferenz erzielt sei, werde die Bahn deshalb zunächst die notwendigen Genehmigungsanträge für die Preiserhöhung stellen. Damit sichere sich die Bahn für den Fall ab, dass die Verbünde nicht mitzögen.

Bahn Mehdorn-Chef begrüßte zudem die Überlegungen der Politik, die bisherige Kilometerpauschale in eine verkehrsmittelunabhängige Entfernungspauschale umzuwandeln. "In einer Gesellschaft, die ständig mehr Mobilität von ihren Bürgern verlangt, ist es richtig, diese Pauschale nicht länger nur für ein Verkehrsmittel zu gewähren" Der Grünen-Vorsitzende Fritz Kuhn erklärte, mit ihrem Verzicht auf Preiserhöhungen habe die Bahn "die Zeichen der Zeit erkannt". Eine Verteuerung des Bahnfahrens wäre gerade zum jetztigen Zeitpunkt "das völlig falsche Signal an potenzielle Umsteiger gewesen", betonte Kuhn.

Unabhängig von dem nun in Aussicht gestellten Verzicht im Nahverkehr wird die Bahn nach eigenen Angaben wie geplant den Preis für das Schöne-Wochenende-Ticket ab dem 5. November um fünf auf 40 Mark erhöhen. Mit dem Ende der Weltausstellung EXPO gilt der Sondertarif dem Unternehmen zufolge dann auch wieder in ganz Niedersachsen. Anfang des Jahres soll zudem ein neuer Gruppentarif eingeführt werden: Gruppen ab sechs Reisende können dann statt bisher bis zu 60 Prozent bis zu 75 Prozent sparen.

Im Güterverkehr wird die Bahn die wegen hoher Mineralölpreise angekündigte Preiserhöhung um 4,7 Prozent aussetzen. Mit Großkunden, die Sonderverträge abgeschlossen hätten, würden Einzelgespräche über die künftigen Preise geführt "und zwar in beide Richtungen", erklärte der Bahn-Vorstand für Güterverkehr, Bernd Malmström. "Wir wollen auch Produktivitätsverbesserung an unsere Kunden weitergeben.

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