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Mehr als 1 000 Menschen in Falludscha getötet

Sechs Tage nach Beginn der Offensive gegen Aufständische in der irakischen Stadt Falludscha hat die Übergangsregierung in Bagdad am Samstag das Ende der Operation erklärt. Von Seiten des US-Militärs hieß es dagegen, dass es noch vereinzelte Widerstandsnester gebe.

dpa BAGDAD. Sechs Tage nach Beginn der Offensive gegen Aufständische in der irakischen Stadt Falludscha hat die Übergangsregierung in Bagdad am Samstag das Ende der Operation erklärt. Von Seiten des US-Militärs hieß es dagegen, dass es noch vereinzelte Widerstandsnester gebe.

"Wir merken, dass wir ihr Rückgrat und ihren Kampfgeist gebrochen haben", sagte Generalleutnant John Sattler dem US-Nachrichtensender CNN. Bei der Operation "Morgendämmerung" wurden nach Regierungsangaben aus Bagdad mehr als 1 000 sunnitische Aufständische getötet und 200 weitere festgenommen. Nach US-Angaben kamen bis zum Freitag 22 US-Soldaten und fünf irakische Soldaten ums Leben.

Ein erster Konvoi des Roten Halbmondes mit Hilfsgütern erreichte am Samstag die schwer zerstörte Stadt. Einwohner und Hilfsorganisationen beschrieben die Situation in der Stadt als katastrophal. Die Sprecherin des irakischen Halbmonds, Fardous Al- Ibadi, sprach im irakischen Fernsehen von einem "menschlichen Desaster". Es gebe in der ganzen Stadt kein Wasser, keinen elektrischen Strom und keine medizinische Versorgung mehr. Seit Tagen könnten die vielen auf den Straßen liegenden Leichen nicht geborgen werden.

Unterdessen tauchte in einem Islamisten-Internetforum eine Tonaufnahme auf, auf der angeblich die Stimme des jordanischen Terrordrahtziehers Abu Mussab al-Sarkawi zu hören ist. Der Mann auf dem Band forderte die Rebellen in Falludscha auf, weiter Widerstand zu leisten. "Das ist eine der entscheidenden Schlachten zwischen dem Islam und den Ungläubigen", heißt es auf dem Band.

Im Norden des Irak weitete sich der Widerstand gegen amerikanische und irakische Truppen am Samstag aus. Gefechte wurden aus in Mossul und Bakuba im Norden sowie aus Howeidscha, 60 Kilometer südwestlich von Kirkuk gemeldet. In Samarra wurde ein Polizist erschossen, als er sein Haus verließ. Bei Kirkuk setzten Unbekannte eine Ölpipeline in Brand. Eine weitere Ölleitung wurde beschädigt.

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