Mehr als 15 Prozent der Ost-Wohnungen stehen leer
Wohnungsleerstand steigt auch im Westen

Der hohe Wohnungsleerstand ist nicht mehr nur ein ostdeutsches Problem. Nach einer Studie der Wohnungswirtschaft nimmt die Zahl auch in den strukturschwachen Gebieten der alten Länder zu.

dpa BERLIN. So habe der West-Leerstand Ende 2001 durchschnittlich rund 3,2 Prozent betragen, in einzelnen Standorten sogar bis zu 13 Prozent, sagte der Präsident des Bundesverbandes deutscher Wohnungsunternehmen (GdW), Lutz Freitag, am Mittwoch in Berlin.

Ursache dafür sei vor allem die Abwanderung junger Menschen wegen des angespannten Arbeitsmarktes. Am stärksten betroffen waren demnach Wohnungsunternehmen in Kassel (Leerstand 13 Prozent), Pirmasens (12,5 Prozent), Salzgitter (9,9 Prozent), Bremerhaven (9,3 Prozent) und Hannover (8,2 Prozent).

Das gehe aus einer statistischen Untersuchung des GdW hervor. Ein "Marktversagen" wie in Ostdeutschland, wo 1,3 Millionen Wohnungen leer stünden, müsse von der Politik unbedingt verhindert werden, sagte Freitag. Dort sei auf die Leerstände erst relativ spät und mit unzulänglichen Maßnahmen reagiert worden.

In Ostdeutschland verschlechtert sich die wirtschaftliche Lage der Wohnungsunternehmen nach den Worten von Freitag dramatisch. Zu erwarten sei dort ein Anstieg der Leerstände von 15,8 Prozent Ende 2001 (rund 410 000 Wohnungen) auf 17,1 Prozent Ende 2002 und 18 Prozent Ende 2003. Die Summe der Mietausfälle wuchs im Osten zudem von 857 Millionen Euro Ende 2000 auf 1 Milliarde Euro Ende 2001.

Von den rund 1200 ostdeutschen Wohnungsunternehmen beendeten fast 460 das Bilanzjahr 2000 mit einem Verlust, sagte Freitag. Dieser Trend habe sich auch 2001 und 2002 fortgesetzt. Nach bereits 6 Insolvenzen von Ost-Wohnungsunternehmen im ersten Halbjahr 2002 rechne er mit rund 14 weiteren bis Jahresende.

Die von dem Verband repräsentierten Unternehmen bewirtschaften nach eigenen Angaben bundesweit rund 7 Millionen Wohnungen, ein fünftel des deutschen Wohnungsbestandes.

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