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Mehr als 2000 Tote nach Tropensturm in Haiti möglich

Die Flutkatastrophe in der haitianischen Stadt Gonaïves hat möglicherweise mehr als 2000 Menschen das Leben gekostet. Das sagte Bürgermeister Calixte Valentin am Montag (Ortszeit) haitianischen Radiosendern.

dpa PORT-AU-PRINCE/WASHINGTON. Die Flutkatastrophe in der haitianischen Stadt Gonaïves hat möglicherweise mehr als 2000 Menschen das Leben gekostet. Das sagte Bürgermeister Calixte Valentin am Montag (Ortszeit) haitianischen Radiosendern.

Gonaïves war am vorletzten Wochenende vom Tropensturm "Jeanne" heimgesucht worden, der große Teile der 170 Kilometer nördlich der Hauptstadt Port-au-Prince gelegenen Küstenstadt überschwemmte. Haitis Zivilschutz nannte als vorläufige Opferzahl 1 650 Tote und 800 Verletzte, wie die Nachrichtenagentur Haiti Press Network meldete.

Die internationale Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen (MSF) warnte angesichts katastrophaler hygienischer Verhältnisse und des Fehlens von Medikamenten, Impfstoffen und sauberem Trinkwasser vor dem Ausbruch von Krankheiten. Auch die Sicherheitslage im Katastrophengebiet sei prekär, weil Banden immer wieder Hilfstransporte überfielen. Die Vereinten Nationen schickten zusätzliche Soldaten nach Gonaives.

Haiti ist das ärmste Land des amerikanischen Kontinents. Wegen der Abholzung der Wälder und der miserablen Wohnverhältnisse haben Überschwemmungen meist schlimmere Auswirkungen als in den Nachbarländern. Auf den Bahamas richtete "Jeanne" schwere Schäden an, doch gab es dort nach einer vorläufigen Bilanz vom Montag keine Toten.

Nach seinem Zerstörungszug durch die Karibik und den US-Staat Florida hat der Wirbelsturm "Jeanne" am Dienstag in South Carolina eine Wohnmobilsieldung in ein Trümmerfeld verwandelt. Bis hinauf in die Regionen von Washington und New York wurden schwere Regenfälle erwartet. Der Hurrikan hatte in Florida sechs Menschen das Leben gekostet. Am Dienstag waren im "Sonnenscheinstaat" immer noch 1,3 Millionen Menschen ohne Stromversorgung. US-Präsident George W. Bush beantragte beim Kongress 7,1 Mrd. Dollar (5,8 Mrd. Euro) zusätzlicher Katastrophenhilfe für den von vier Hurrikans in Serie heimgesuchten Staat. Damit dürften mehr als zwölf Mrd. Dollar aus der Bundeskasse nach Florida fließen.

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