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Mehr als 50 Tote bei Anschlagsserie in Indien

Bei der Serie von Terroranschlägen im Nordosten Indiens sind am Wochenende mindestens 53 Menschen getötet worden. Wie die indische Polizei am Sonntag mitteilte, wurden zudem mehr als 150 Menschen verletzt.

dpa NEU DELHI. Bei der Serie von Terroranschlägen im Nordosten Indiens sind am Wochenende mindestens 53 Menschen getötet worden. Wie die indische Polizei am Sonntag mitteilte, wurden zudem mehr als 150 Menschen verletzt.

Ein Bombenanschlag auf den Bahnhof der Stadt Dimapur im Bundesstaat Nagaland kostetet am Samstag 17 Menschen das Leben. Bei einer weitere Explosion auf einem belebten Markt in Dimapur starben elf Menschen. 21 Tote gab es bei einer Serie von Anschlägen im Nachbarstaat Assam. Am Sonntag explodierten erneut vier Bomben in den Assam-Bezirken Gosaigon und Sontipur. Dabei kamen vier Menschen ums Leben. Zahlreiche Verletzte befanden sich noch in kritischem Zustand.

Die Polizei von Assam vermutete, die verbotene Nationale Demokratische Front von Bodoland, die für einen eigenen Staat des Bodo-Volkes kämpft, könnte hinter den Anschlägen stehen. Ein Bekennerschreiben lag jedoch nicht vor. Rund 50 militante Gruppen sind im Nordosten Indiens aktiv, viele verfolgen separatistische Ziele. In Nagaland konnte die indische Bundesregierung in den vergangenen sieben Jahren durch Gespräche mit verschiedenen Rebellengruppen einen brüchigen Frieden aufrechterhalten.

Die Sicherheitsvorkehrungen in beiden Bundesstaaten wurden massiv verstärkt. Der indische Innenminister Shivraj Patil reiste nach Nagaland und Assam, um sich von den Maßnahmen zu überzeugen. Die schlecht ausgestatteten Krankenhäuser hatten Mühe, die zahlreichen Verletzten zu versorgen. In Kirchen wurde für die Opfer gebetet. UN - Generalsekretär Kofi Annan verurteilte die Terroranschläge. "Kein Anliegen oder Missstand kann solche sinnlosen und grausamen Taten gegen unschuldige Zivilisten rechtfertigen", erklärte ein Sprecher Annans in New York.

Die sieben Bundesstaaten im Nordosten Indiens gelten als wirtschaftlich vernachlässigt. Allerdings hat Assam reiche Ölvorkommen. Nur fünf Prozent der Inder leben in dem abgelegenen Gebiet, viele davon noch in Stammesstrukturen.

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