Mehr als die Hälfte der Arbeitsplätze ist gesichert
Babcock-Beschäftigte schöpfen Hoffnung

Die Zukunft der insolventen Babcock Borsig AG mit insgesamt 61 Gesellschaften ist nach Aussage des vorläufigen Insolvenzverwalters Helmut Schmitz ein bedeutendes Stück sicherer geworden.

gil OBERHAUSEN. "Von den 21 000 Arbeitsplätzen am Tag des Insolvenzantrages sind inzwischen 12 000 gesichert, davon 4 000 im Inland", sagte Schmitz in Oberhausen am Stammsitz der Gesellschaft. Dazu gehören die Beschäftigten derjenigen Gesellschaften, die, wie die Schumag AG, entweder nicht in die Insolvenz gefallen waren oder die, wie die Krantz TKT und das Kühlturmgeschäft, bereits verkauft wurden. Demnächst sollen auch die Fertigungsaktivitäten in Abu Dhabi mit knapp 2 200 Beschäftigten veräußert werden.

Weitere Verkaufsprioritäten haben die Babcock Gießerei, die Schumag AG, die Omnical GmbH und die Turbo Luft Technik GmbH. Der Service-Bereich mit knapp 1 200 Beschäftigten wurde durch eine gesonderte Banken-Finanzierung gesichert. Für viele Bereiche gibt es laut Schmitz bereits Interessenten. Alle wesentlichen operativen Geschäfte und die Fertigung in Oberhausen laufen nach Darstellung von Schmitz trotz der Insolvenz weiter.

Der vorläufige Insolvenzverwalter rechnet damit, dass zum 1. September der Vergleich eröffnet werden kann. Zum 1. Oktober soll dann eine neu strukturierte Auffanggesellschaft gegründet werden. In ihr sollen alle zukunftsträchtigen Arbeitsbereiche gebündelt sein.

"Alle Risiken kommen in die Insolvenzgesellschaft", sagte der Vorstandsvorsitzende Horst Piepenburg. Kern dieser "Babcock Borsig Power Systems GmbH" soll das laut Schmitz mit guten Margen arbeitende Servicegeschäft werden. Auf der Anlagenseite will sich das künftige Unternehmen auf die Bereiche Großdampferzeuger, Ingenieurleistungen für Gas-und-Dampf-Kraftwerke, Komponenten für Müllverbrennungsanlagen und Lizenzen konzentrieren. Regional soll sich das künftige Geschäft auf Deutschland, Europa und den Nahen Osten konzentrieren. Die Bereiche Maschinenbau, Gebäudetechnik und Schiffbau sollen nicht in die Auffanggesellschaft kommen.

Dies wird vor allem in der Verwaltung und der Fertigung einen erheblichen Stellenabbau bedeuten, den Schmitz und Piepenburg aber nicht beziffern wollten. Die Gesellschaft werde aber künftig keine Überkapazitäten mehr vorhalten.

Schmitz geht davon aus, dass die neue Auffanggesellschaft Landesbürgschaften der beteiligten Bundesländer erhalten wird. Die Länder hätten bereits bei der Stabilisierung gleich nach dem Insolvenzantrag geholfen. Keine Aussage machte Schmitz zum strittigen Verkauf des Anteils von 25 % an HDW. Dies sei ein schwebender Prozess. Ob er rückgängig gemacht werden kann, bleibt damit offen.

Quelle: Handelsblatt

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