Mehr als Geldanlagetipps im Internet
Inside Wall Street

Rund um die amerikanischen Börsenplätze hat sich im Internet ein Universum von Finanz- und Wirtschafts-Sites gruppiert. Kaum ein Informationsbedürfnis bleibt unberücksichtigt. Auch deutsche Anleger können profitieren.

FRANKFURT. Nur 20 Minuten pro Woche reichen, um Ihre Investments zu verdoppeln", verkündet der "Pitbull-Investor" im Internet. Der angreifende Kampfhund im Logo wird in den USA kaum unangenehm auffallen, hier zu Lande hätte er als Marketinginstrument wohl keine lange Lebensdauer. Auch BulldogResearch.com wirbt mit einem unfreundlichen Hund. Ein anderes Banner verkündet schlicht: "Wer es sich leisten kann, ignoriert uns".

Um im großen Internetmeer der amerikanischen Wirtschafts- und Finanzseiten nicht unterzugehen, müssen sich die Anbieter selbstbewusst, aber auch locker und bisweilen humorvoll geben. Gleichzeitig soll der Nutzer nie an der Verlässlichkeit und Genauigkeit der Informationen zweifeln, weshalb "accurate" zu den dauerstrapazierten Werbebotschaften zählt.

Auch für den deutschen Anleger lohnt sich das Surfen über die amerikanischen Internetseiten, selbst wenn er keine Aktien aus dem Dow Jones Index oder von der Nasdaq besitzt. Denn er bekommt einen Eindruck von dem, was heute schon im Netz machbar ist und üblicherweise mit einiger zeitlicher Verzögerung auch in unsere heimischen Gefilde schwappt. Ein Grund für die große Auswahl an Informationsquellen in den USA ist die Finanzierung über Abogebühren. Viele Anbieter von Finanznachrichten und Analysewerkzeugen laden zwar in üppige freie Bereiche ein, für Premiumangebote muss der Investor aber die Haushaltskasse öffnen. Die Preise reichen von 9,95 Dollar im Monat für den elektronischen Börsenbrief bis zu mehreren hundert Dollar für Echtzeitnotierungen und Tickernachrichten. In Deutschland hält sich dagegen der (Aber-)Glaube, das Internet sei eine andere Welt, in der es alles umsonst gibt. In der >> Adressenauswahl liegt der Schwerpunkt deshalb noch auf kostenlosen Infos.

Für die Mehrzahl der Angebote ist eine Registrierung notwendig, die Bestätigung und das Passwort erhält der User dann per Mail. Einige Anlaufstellen im Netz sind auf internationales Publikum eingestellt, andere nur auf die USA zentriert und wollen deshalb eine Angabe des Bundesstaates. Das bringt deutsche User natürlich in Verlegenheit, oft genügt aber schon ein leichtes Schummeln - etwa die Ergänzung der Adresse um CA (für Kalifornien).

Wer in US-Aktien investiert hat oder Anteile an deutschen Unternehmen hält, die den Gang an die Wall Street gewagt haben, der wird mittels der elektronischen Post dann rund um die Uhr auf Trab gehalten. Zur Daimler-Chrysler-Aktie laufen per kostenlosem Newsletter aktuelle Kurse, Charts, Pressemeldungen, Nachrichten, Research-Berichte und sogar Monatsstatistiken zum Absatz ein. Auf diese Weise kann man sich kostspielige deutsche Börsenbriefe zum US-Geschehen sparen, die sowieso kaum mit der Aktualität des Netzes mithalten können.

Wichtig: In den USA dreht sich alles um Tickersymbole, für Daimler-Chrysler ist beispielsweise DCX reserviert. Mit Unternehmensnamen scheitert mancher Suchanlauf schon beim ersten Klick. Wer das Managen eines privaten Depots im Netz ernsthaft oder auch nur spielerisch betreibt, der wird sich nach einiger Zeit entscheiden müssen, wem er Zugang zu seinem Mail- Fach gewährt, ansonsten wird ihn die Informationsflut einfach wegspülen. Es ist ratsam, die Angebote zu testen und dann für jedes Themengebiet nur einen Anbieter zu wählen.

Wer sich nur einen ersten Überblick verschaffen will, für den sind spezielle Verzeichnisse eine verlässliche Hilfe: www.investorama.com mit 14 000 Links in 240 Kategorien oder www.superstarinvestor.com mit 18 000 Verweisen decken die permanent gepflegten Seiten im nordamerikanischen Teil des World Wide Web lückenlos ab. Wer sich hier durchgeackert hat, kann dann vielleicht sogar als privater Analyst im Netz Karriere machen, und zwar unter www.stockjungle.com.

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