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Mehr Arbeitslose in USA – Wall Street verliert

Im November ist die Arbeitslosenquote auf 5,7 Prozent gestiegen. Das ist der höchste Stand seit sechs Jahren. 331.000 Stellen wurden im vergangenen Monat abgebaut. Die Wall Street hatte lediglich mit 200.000 Arbeitsplätzen gerechnet. Ein kleiner Lichtblick sind Angaben über das Verbrauchervertrauen, die von der Universität Michigan erhoben werden und leicht besser ausgefallen sind als erwartet wurde. Danach blicken die Amerikaner etwas positiver in die Zukunft als noch im vergangenen Monat.

Die amerikanischen Aktienmärkte tendieren kurz vor dem Wochenende schwächer. Nachdem der Dow Jones am Mittwoch erstmals seit Anfang September über der 10.000 Punktemarke den Handel beenden konnte. Und der Nasdaq Composite erstmals seit Anfang August über 2.000 Punkten geschlossen hat, streichen Investoren am Freitag Gewinne ein. Zu große Verwirrung haben die Arbeitsmarktdaten nicht ausgelöst.

Zudem haben Unternehmensmeldungen die Euphorie der vergangenen Tage vorerst gebremst. Bei Cisco, Oracle und Intel haben in dieser Woche wieder Zuversicht verbreitet, was an der Wall Street auch zu dementsprechenden Reaktionen geführt hat. Am Freitag drücken Sun Microsystems und AOL auf die Stimmung. Der Serverhersteller Sun Microsystems hat einen Zwischenbericht über das laufende Quartal abgegeben. Die Auftragslage läuft Firmenangaben soweit nach Plan. Aber ob die Ertrags- und Umsatzprognosen erreicht werden, hat die Geschäftsführung nicht verraten. Die Aktie verliert knapp vier Prozent an Wert.

Die Analysten von Merrill Lynch senken die Ertragsprognosen von AOL Time Warner für das vierte Quartal um 145 Millionen Dollar und die Umsatzziele um 136 Millionen Dollar. Die Revidierungen seien aufgrund einer etwas schlechteren Entwicklung in den Bereichen AOL, Kabelnetzwerke und Printprodukte notwendig. Der Analyst senkt ebenfalls die Wachstumsprognosen des Konzerns für das Fiskaljahr 2002 leicht. AOL verliert im Handelsverlauf rund fünf Prozent an Wert.

Mittlerweile ist auch der Chipriese Intel ins Minus gedreht. Zu Handelsbeginn hatte der Konzern den Markt noch gestützt. Immerhin gab es aus dieser Ecke gute Nachrichten. Bei Intel sieht es sehr viel besser aus als gedacht. Die Umsatzerwartung wurde um einige hundert Millionen Dollar auf eine Spanne zwischen 6,7 Mrd. und 6,9 Mrd. Dollar angehoben. Insbesondere die Nachfrage nach dem Pentium 4-Prozessor sei hoch gewesen, sagte das Unternehmen. Bei diesem Chip habe es bereits einige Lieferengpässe gegeben, die sich am Anfang kommenden Jahres vermutlich noch verschärfen werden. Dresdner Kleinwort Wasserstein und Goldman Sachs empfehlen die Aktie zum Kauf, bei ABN Amro steht sie nur auf "Halten".

Das Weihnachtsgeschäft läuft bisher für die Computerhersteller relativ gut. Aus diesem Grund haben die Rechnerproduzenten bereits neue Bestellungen an die Chiphersteller geleitet. Der große Rivale von Intel, Advanced Micro Devices , präsentierte ebenfalls mit einem Strahlen sein Quartals-Update. Demnach werde der Umsatz im laufenden vierten gegenüber dem Vorquartal um "wenigstens zehn Prozent" steigen. Das ist deutlich mehr als Analysten bisher erwarteten. Die Aktie klettert im zweistelligen Prozentbereich.

National Semiconductor meldete bereits gestern nach Handelsschluss ein unerwartet gutes Ergebnis. So konnte der Umsatz im Vergleich zum vorhergehenden Quartal um acht Prozent gesteigert werden, was leicht über den Erwartungen lag. Das Ergebnis profitierte wiederum von einer leichten Verbesserung der Brutto-Margen. Der Hersteller von Spezialchips geht davon aus, dass das Ergebnis in dem nun angebrochenen Quartal die Erwartungen des Marktes einhalten kann. Goldman Sachs stuft den Wert weiterhin nur mit "halten" ein.

© Wall Street Correspondents Inc.

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