Mehr deutsche Exporte vergrößerten im Juni Handelsüberschuss
Deutsche Ausfuhren im Juni gestiegen

Deutschland hat im Juni 2002 mehr Waren ausgeführt und damit seinen Handelsüberschuss ausgeweitet. In der Leistungsbilanz wurde damit ebenfalls ein Überschuss erzielt - nach einem Defizit im Juni 2001. Dennoch erwarten Volkswirte von den gestiegenen Ausfuhren keine Steigerung des Wirtschaftswachstums.

Reuters WIESBADEN. Verglichen mit dem Vorjahresmonat hätten die Exporte im Juni um 6,0 Prozent zugenommen, teilte das Statistische Bundesamt am Freitag in Wiesbaden mit. Gleichzeitig sei das Volumen der Einfuhren um 0,3 Prozent geschrumpft. In der Außenhandelsbilanz habe sich damit der Überschuss binnen Jahresfrist auf 10,9 Milliarden Euro von 7,5 Milliarden Euro ausgeweitet.

Volkswirt Stefan Bielmeier von der Deutschen Bank sagte, der jüngste Anstieg der Ausfuhren sei von einem Abbau der Lagerbestände mehr als ausgeglichen worden. Damit dürfte er keinen günstigen Effekt auf das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP), also auf die gesamtwirtschaftliche Leistung in Deutschland, haben.

Von Mai auf Juni nahmen die Exporte saison- und kalenderbereinigt um 6,8 Prozent zu, die Importe stiegen um 10,0 Prozent. Analysten zufolge signalisiert der gestiegene Import auf monatlicher Basis aber kein nachhaltiges Erstarken der Binnennachfrage. Nach Einschätzung von Volkswirt Stefan Bielmeier von der Deutschen Bank fallen die einzelnen Komponenten in der Statistik allerdings nicht so rosig aus wie die Hauptzahl suggeriert. "Das Bild ist, dass die Importe schwach sind, jedenfalls schwächer als die Exporte. Das bedeutet, dass die Binnennachfrage zurzeit noch sehr schwach ist, die Nachfrage aus dem Ausland stabil bleibt", sagte Bielmeier.

In der Leistungsbilanz erwirtschaftete Deutschland im Juni einen Überschuss von 3,7 Milliarden Euro, nachdem ein Jahr zuvor noch ein Defizit von 5,0 Milliarden Euro verbucht worden war. Anders als die Handelsbilanz wiesen die Bilanzen in den übrigen Sektoren im Juni Defizite aus, die allerdings geringer ausfielen als im Vorjahr. Bei den Dienstleistungen sank der Fehlbetrag auf minus 3,2 von minus 5,2 Milliarden Euro. Bei Erwerbs- und Vermögenseinkommen lag das Defizit bei minus 0,7 nach minus 3,9 Milliarden Euro und bei Unentgeltlichen Leistungen bei minus 3,0 nach minus 3,1 Prozent. Bei den Ergänzungen zum Warenverkehr halbierte sich der Fehlbetrag innerhalb eines Jahres auf minus 0,2 Prozent.

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