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Mehr Dividende, mehr Vertrauen - Ein Trend erfreut die Anleger

Für viele Aktionäre zahlt sich ihre Unternehmenstreue endlich wieder aus: Rund um den Globus haben in diesem Jahr Branchengrößen wie Boeing , Credit Suisse , Fraport , Thyssen-Krupp oder RWE angekündigt, für 2004 ihre Dividenden zu erhöhen und damit mehr Geld an ihre Aktionäre...

dpa-afx FRANKFURT. Für viele Aktionäre zahlt sich ihre Unternehmenstreue endlich wieder aus: Rund um den Globus haben in diesem Jahr Branchengrößen wie Boeing , Credit Suisse , Fraport , Thyssen-Krupp oder RWE angekündigt, für 2004 ihre Dividenden zu erhöhen und damit mehr Geld an ihre Aktionäre auszuschütten.

In Deutschland hat die Deutsche Telekom für die größte Überraschung gesorgt. Nach zwei Jahren Pause schüttet die Telekom im kommenden Jahr erstmals wieder eine Dividende aus. Telekom-Chef Kai Uwe Ricke kündigt 62 Cent je Aktie an - unerwartet nicht nur für viele Besitzer der früheren Volksaktie. Die meisten Analysten hatten mit deutlich weniger gerechnet.

Trend Dürfte Sich Verfestigen

Damit ist die Telekom in Deutschland das Aushängeschild für einen Trend, der sich im nächsten Jahr weiter verfestigen dürfte. "Die Cash Flows der Unternehmen sind gewaltig gestiegen, da ist es nur recht und billig, dass sie die Aktionäre daran teilhaben lassen", sagt Michael Köhler von der Landesbank Rheinland-Pfalz (LRP).

Nach Schätzungen der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) werden 22 der 30 Dax-Unternehmen höhere Dividende zahlen. Von den fünf "schwarzen Schafen", die ihre Zahlung zuletzt ausgesetzt hatten - Commerzbank Telekom , Lufthansa , HVB und Infineon - dürften demnach mit Ausnahme des Münchener Chipkonzerns im kommenden Jahr wieder Geld an die Aktionäre verteilen. Lediglich bei Volkswagen erwarten die Experten eine Dividendenkürzung. "Die Dividendensumme wird im kommenden Jahr um gut vier Mrd. Euro auf deutlich über 14 Mrd. Euro steigen", sagt Frank Schallenberger, Marktstratege bei der LBBW. Dabei trage von diesem Anstieg allein die Deutsche Telekom 2,6 Mrd. Euro.

'Kleines Konjunkturprogramm'

Die Ausschüttungen werden nach Einschätzung des Analysten für eine verbesserte Stimmung am Markt sorgen - aber nicht nur das: "Das ist auch schon ein kleines Konjunkturprogramm", findet Schallenberger. Die positive Dividendenpolitik wird zudem im kommenden Jahr wieder mehr Anleger in den Markt ziehen. "Wir gehen davon aus, dass die Dividendenrendite verstärkt ein Kriterium sein wird, wonach die institutionellen Anleger schauen werden", sagt Thorsten Gindera von der WestLB.

Auch für Privatanleger dürfte das Thema interessant werden. "Manche Unternehmen zahlen inzwischen eine Dividendenrendite, die höher ist als bei Renten- oder Staatsanleihen", sagt LRP-Analyst Köhler. Hinzu käme die Chance auf Kurssteigerungen, die die Aktien attraktiv machten. Die Dividendenpolitik werde für die Unternehmen in Zukunft ein adäquates Mittel werden, um Vertrauen zu werben. So sei die Dividendenerhöhung der Telekom ein gutes Stück Imagepolitik gewesen.

"Viele Anleger haben sich schließlich die Finger verbrannt. Durch eine höhere Dividendenrendite bekommen sie nun eine gewisse Sicherheit", sagte Schallenberger. Seit dem letzten Börsenabschwung seien die Aktien mit einer höheren Rendite weitaus weniger vom Rückzug der Aktionäre betroffen gewesen und noch einmal mit einem "blauen Auge davongekommen.

Steigerungspotenzial

Die Experten rechnen mit einem ungebrochenen Aufwärtstrend. Nach einer durchschnittlichen Dividendenrendite von zwei Prozent im Dax rechnen die befragten Analysten mit einem Median von 2,5 bis 2,8 Prozent im kommenden Jahr. "Damit liegen wir aber immer noch unter dem Durchschnitt im Eurostoxx, der voraussichtlich im kommenden Jahr bei 3,2 Prozent liegen wird", sagte Schallenberger.

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