Mehr Engagement für Flüchtlinge gefordert
UNHCR tadelt strenge Einwanderungsrichtlinien

ap GENF. Die Vereinten Nationen haben am Montag an die wohlhabenden Staaten der Welt appelliert, sich stärker im Kampf gegen Armut und Krieg in armen Ländern zu engagieren. Ansonsten werde der Flüchtlingsstrom in die reichen Staaten auch in Zukunft nicht abreißen. In der Asylfrage seien strengere Einwanderungsbestimmungen in Europa und Nordamerika nicht die richtige Antwort, da diese dann Einwanderer und Flüchtlinge in die Arme skrupelloser Schlepper trieben, heißt es in einem am Montag in Genf veröffentlichten Bericht des UN-Flüchtlingshilfswerks ( ).

Flüchtlingskommissarin Sadako Ogata erklärte: "Die Tatsache, dass die Welt beim Eintritt in das neue Millennium immer noch eine Notwendigkeit für das UNHCR sieht, erinnert uns in ernüchternder Weise daran, dass es der internationalen Gemeinschaft immer noch nicht gelingt, Vorurteilen, Verfolgung, Armut und anderen Ursachen für Konflikt und Vertreibung vorzubeugen." Allein im vergangenen Jahr seien insgesamt mehr als eine Millionen Menschen aus dem Kosovo, aus Osttimor und Tschetschenien geflohen.

In dem Bericht wurde Westeuropa eine unangemessene und ungerechte Einwanderungspolitik vorgeworfen. Diese Politik führe zu einer "Festung Europa", heißt es in dem 339-seitigen Papier, das aus Anlass der Gründung des UNHCR vor 49 Jahren veröffentlicht wurde. Das Hilfswerk wurde im Dezember 1951 von der Uno-Generalversammlung mit 33 Mitarbeitern und einem zunächst auf drei Jahre beschränkten Mandat eingerichtet. Heute verfügt es über 5 000 Mitarbeiter in 120 Ländern und koordiniert das Engagement der UN für 22,3 Mill. Flüchtlinge in aller Welt. Ogata wird zum Jahreswechsel nach zehnjähriger Tätigkeit von dem früheren niederländische Ministerpräsidenten Ruud Lubbers abgelöst.



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