Mehr Fälle als in USA: SARS breitet sich in Kanada weiter aus

Mehr Fälle als in USA
SARS breitet sich in Kanada weiter aus

Trotz umfangreicher Schutzmaßnahmen breitet sich die lebensgefährliche Lungenkrankheit SARS in Kanada weiter aus. Während ihr mittlerweile sechs Kanadier zum Opfer fielen, nahm zugleich die Zahl der Infizierten zu.

HB/dpa TORONTO/NEW YORK. Nach Behördenangaben wurden bis Mittwoch 151 konkrete Verdachtsfälle registriert, 22 mehr als am Vortag. In den benachbarten USA scheint sich das Virus hingegen viel langsamer auszubreiten.

Kanadas Premierminister Jean Chretien rief die Bevölkerung auf, Ruhe zu bewahren. Die Gesundheitsbehörden unternähmen alles, um den Ausbruch des Schweren Akuten Atemwegssyndroms (SARS) unter Kontrolle zu bekommen, sagte er nach einer Sitzung des Regierungskabinetts. Die Weltgesundheitsorganisation WHO sprach von erfolgreichen Versuchen, die Krankheit in Kanada einzudämmen.

Am schwersten ist in Kanada mit bislang 124 Fällen weiterhin die bevölkerungsreichste Provinz Ontario betroffen, dort vor allem die Millionenmetropole Toronto und ihre Umgebung. 14 Fälle wurden aus der westkanadischen Provinz British Columbia gemeldet, die weiteren aus drei anderen Provinzen.

Bislang keine Todesfälle in den USA

In den USA, wo nahezu zehn Mal mehr Menschen leben als in Kanada, wurde bisher bei 72 Personen SARS oder ein dringender Verdacht auf Ansteckung festgestellt. Todesfälle gab es hier bislang nicht. Am Dienstag war in San Jose (Kalifornien) eine aus Tokio angekommene Maschine der American Airlines mit mehr als 140 Menschen an Bord wegen SARS-Alarms zwei Stunden unter Quarantäne gestellt worden. Drei Passagiere hatten über Atemprobleme geklagt. Der Verdacht auf SARS bestätigte sich jedoch nicht.

Derweil bat Kanada um Unterstützung durch US-Seuchenexperten des Zentrums für die Kontrolle und Prävention von Krankheiten (CDC) in Atlanta. Sie sollten ihren Kollegen in der Provinz Ontario zu Hilfe kommen, berichtete die Zeitung "Globe and Mail". Zu den hunderten Kanadiern, die sich in Quarantäne befinden, gehört inzwischen auch der führende Mikrobiologe des Landes, Donald Low. Er war in Toronto mit Krankenhausmitarbeitern in Kontakt gekommen, bei denen sich später eine SARS-Infektion herausstellte.

Unterdessen setzte die CDC die Suche nach 140 US-Bürgern fort, die im Februar in einem Hotel in Hongkong abgestiegen waren, aus dem SARS-Fälle bekannt wurden. 118 von ihnen sollen in Kalifornien leben, wo mittlerweile 19 Verdachtsfälle untersucht werden.

Im Internet:
US-Zentrum für die Kontrolle von Krankheiten CDC: http://www.cdc.gov
Gesundheitsministerium von Ontario: http://www.health.gov.on.ca

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