Mehr "Fingerspitzengefühl" gefordert
Parteien verärgert über Kindergeld-Rückforderung

Geldforderungen des Arbeitsamtes an die Eltern der seit einem Jahr vermissten Peggy haben Empörung bei CSU und SPD in Bayern ausgelöst.

dpa MÜNCHEN. Beide Landtagsfraktionen forderten die Behörden am Mittwoch zu größerem Mitgefühl mit den Eltern des vor einem Jahr spurlos verschwundenen Mädchens aus dem oberfränkischem Lichtenberg auf.

Das Arbeitsamt hatte von den Eltern für Peggy gezahltes Kindergeld zurückgefordert. Die Behörde beruft sich auf Dienstanweisungen und das Einkommenssteuergesetz. Nach Informationen der "Nürnberger Nachrichten" geht es um einen Betrag von 1 800 Euro.

"Das kann doch nicht wahr sein, da nimmt man ja den Angehörigen die letzte Hoffnung", sagte die stellvertretende SPD-Fraktionschefin Johanna Werner-Muggendorfer. Die Behörden sollten "mehr Fingerspitzengefühl, vor allem mehr menschliches Mitgefühl" zeigen. CSU-Fraktionschef Alois Glück kritisierte die Rückforderung als "inakzeptabel und nicht der Situation angemessen". Glück will nun das Arbeitsamt auffordern, seine Haltung zu korrigieren.

Nach Angaben des Landesarbeitsamtes vom Dienstagabend müssen sich Peggys Eltern auch auf die Rückzahlung anderer kindbezogener Zuwendungen und Steuervergünstigungen einstellen. Die damals Neunjährige wurde am 7. Mai 2001 letztmals gesehen. Die Polizei schließt ein Verbrechen nicht aus.

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