Mehr Generationen-Gerechtigkeit
Privatkassen pochen auf Krankengeld-Versicherung

Die privaten Krankenversicherer haben die Regierung aufgefordert, die Absicherung des Krankengelds den Privatkassen zu übertragen. Es wäre eine rechtlich unzulässige Benachteiligung, wenn das Krankengeld - wie von Gesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) geplant - unter dem Dach der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) verbliebe.

HB/dpa BERLIN. Diese Kritik äußerte der Verband der Privaten Krankenversicherung (PKV) am Montag in Berlin. Er legte dazu ein Rechtsgutachten vor, das seine Auffassung stützt.

Nach den Worten des Verbandsvorsitzenden Reinhold Schulte lassen sich nur über die Privatkassen "mehr Generationengerechtigkeit und eine maximale Lohnzusatzkostensenkung" erreichen. Würden das Krankengeld und der Zahnersatz künftig privat abgesichert, ließe sich der Beitragssatz in der GKV von derzeit 14,3 auf 12,9 Prozent senken, meinte Schulte. Dabei müsste die paritätische Finanzierung der Solidarversicherung durch Arbeitgeber und Arbeitnehmer nicht aufgegeben werden.

Das Gutachten sieht in dem Plan der Ministerin einen Verstoß gegen gegen die grundgesetzlich geschützte Berufsfreiheit, da den Privatkassen ein "absolutes Betätigungsverbot" auferlegt werde. Die Privatversicherer sind nach den Worten Schultes in der Lage, ein "sozial adäquates Angebot" vorzulegen, bei dem jeder Beschäftigte ohne Risikoprüfung und zu altersabhängigen Beiträgen akzeptiert werde. Über 40-Jährige müssen danach einen einheitlichen Beitrag bezahlen. Dieser wird aus einem Solidar-Pool subventioniert, der durch die Beiträge der Jüngeren gespeist wird. Diese müssten nach PKV-Darstellung etwa sechs Prozent ihres Beitrages dafür abzweigen.

Nach Darstellung der Privatversicherer müsste ein 34-Jähriger mit 2500 Euro Monatseinkommen für eine private Krankengeldpolice 37,70 Euro monatlich bezahlen. Bei der GKV liegt der entsprechende Betrag nach PKV-Modell dagegen nur bei 41,11 Euro. Experten bezweifelten aber bereits die Berechnungsgrundlage.

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