Mehr Geschäfte wegen betrieblicher Altersvorsorge
Übernahmen drücken AWD-Gewinn

Kosten für mehrere Übernahmen haben im vergangenen Jahr den operativen Gewinn des zweitgrößten deutschen Finanzdienstleisters AWD deutlich gedrückt. Für 2003 erwartet AWD dagegen kaum Sonderkosten und rechnet nach gutem Start mit zweistelligen Zuwächsen bei Umsatz und Ergebnis.

Reuters HANNOVER. Auch mit den Zahlen für 2002 zeigte sich das Unternehmen trotz des Ergebnisrückganges am Montag zufrieden. Der Umsatz stieg - auch begünstigt durch die Zukäufe - um gut 20 Prozent auf 462 Millionen Euro. Die Zahl der Neukunden wuchs um 7,7 Prozent auf 188 500, davon allein 60 000 im vierten Quartal.

Ohne Sonderaufwendungen wäre das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) AWD zufolge um knapp 39 Prozent auf 37,4 Millionen Euro gestiegen. Allerdings sorgten Einmalbelastungen von 24 Millionen Euro dafür, dass sich das Ebit im Vergleich zum Vorjahr auf 13,4 Millionen Euro halbierte. Zu den Sonderausgaben gehörten allein 14,5 Millionen Euro so genannte Nebenkosten für Zukäufe in Deutschland (Tecis) und Großbritannien (CarringtonCarr) sowie weitere 9,5 Millionen Euro für den Aufbau eines Vertriebes in Italien und die Schulung von Mitarbeitern.

Zum Reingewinn äußerte sich AWD am Montag nicht. Vor wenigen Wochen hatte der Finanzdienstleister signalisiert, dass die Dividende für 2002 mit 50 Cent je Aktie unter der Rekordausschüttung von 70 Cent für 2001 liegen werde. Seinerzeit hatte AWD allerdings hohe Zinsen für die Einnahmen aus dem Börsengang verbucht.

Zehn Prozent Umsatzplus seit Jahresbeginn

Trotz der Unsicherheiten durch einen möglichen Irak-Krieg blieb AWD für 2003 bei einer optimistischen Prognose. In den ersten beiden Monaten dieses Jahres sei ein Umsatzplus von zehn Prozent erzielt worden. Für das erste Quartal würden 40.000 Neukunden erwartet, sagte ein AWD-Sprecher. Für eine präzise Prognose sei es noch zu früh. Ziel bleibe aber, nicht nur den Umsatz, sondern auch das Ebit im zweistelligen Prozentbereich zu steigern.

Ausgangsbasis sei dabei das Ebit 2002 ohne Einmalbelastungen, also 37,4 Millionen Euro, sagte der Sprecher. Damit dürfte AWD 2003 ein operatives Ergebnis von deutlich mehr als 40 Millionen Euro erzielen. Die Ebit-Rendite betrug 2002 ohne die Sonderbelastungen 8,1 Prozent und soll nach früheren Angaben bis 2004 auf etwa zehn Prozent steigen. "2003 werden wir nur sehr geringe Einmalkosten haben", sagte der Firmensprecher. Vorstandschef Carsten Maschmeyer hatte kürzlich angekündigt, er plane für 2003 keine größeren Akquisitionen.

"Bescheidene Ziele"

Analyst Hartmut Höhn von der Berenberg Bank hält die AWD-Ziele für relativ bescheiden. "Angesichts der Zukäufe, die 2003 voll wirksam werden, dürfte mehr drin sein", sagte Höhn. Die Bilanz für 2002 sei vorzeigbar. "Die Ausrichtung des Konzerns ist gut. Das zeigen die vielen Neukunden im Inland."

So war 2002 der Anteil der privaten Vorsorgeprodukte, wie Erwerbs- und Berufsunfähigkeitsversicherungen sowie fondsgebundene Lebensversicherungen konzernweit auf 63 Prozent von 58 Prozent im Vorjahr gestiegen. Ausgebaut werden sollen zudem die betriebliche Altersvorsorge in mittelständischen Unternehmen und der Auslandsanteil am Gesamtgeschäft.

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