Mehr Kommissionsgeschäft
Ricardo rutscht tiefer in die Verlustzone

Das Internet-Auktionshaus ricardo.de ist im Geschäftsjahr 1999/2000 trotz stark gestiegener Umsätze deutlich tiefer in die Verlustzone gerutscht. Der Umsatz sei auf 40,8 Mill. DM (Vorjahr 6,3 Mill. DM) gewachsen, teilte das am Neuen Markt notierte Unternehmen am Donnerstag in Hamburg mit.

Reuters HAMBURG. Gleichzeitig sei der Verlust vor Goodwillabschreibungen und einmaligen Aufwendungen um mehr als das 13-fache auf 36,7 (2,7) Mill. DM gestiegen. An der geplanten Fusion mit dem britischen Online-Auktionshaus QXL gebe es keine Zweifel, sagte ricardo.de-Chef Christoph Linkwitz. QXL hatte kürzlich sein Angebot für ricardo.de wegen schlechter Kennzahlen reduziert.

Die Zahl der registrierten Mitglieder hat sich ricardo.de zufolge 1999/2000 (zum 30. Juni) auf knapp 820 000 mehr als verachtfacht. Der Wert der gehandelten Waren, der Gross Action Value (GAV), sei gleichzeitig um mehr als 1580 % auf 165 Mill. DM gewachsen. Leicht gestiegen sei auch das Handelsvolumen pro Nutzer: So habe jeder Kunde 1999/2000 im Durchschnitt Waren im Wert von 384 Mark gekauft; im Vorjahr seien es noch 320 Mark gewesen. Der Verlust nach Goodwillabschreibungen und einmaligen Aufwendungen habe 65,4 Mill. DM betragen, was einem Verlust je Aktie von 8,31 Mark entspreche. Im Vorjahr hatte ricardo.de noch einen Verlust von 4,25 Mark je Aktie ausgewiesen.

Geringeres Lagerrisiko

Für das kommende Geschäftsjahr kündigte ricardo.de eine Reduzierung des Eigenhandels zugunsten des margenträchtigeren und risikoärmeren Kommissionsgeschäfts an. Da mit Eigenhandel aber Umsatz gemacht werde, könne daraus der Schluss gezogen werden, dass der Umsatz in den nächsten Monaten zunächst zurückgehen werde, sagte Linkwitz. Das Plattformgeschäft, bei dem ricardo als Vermittler zwischen Käufer und Verkäufer auftritt, solle ausgebaut werden. Dabei gebe es kein Lagerrisiko wie beim Eigenhandel.

Bei dem britischen Fusionspartner QXL ist ricardo.de zufolge für den 2. Oktober eine außerordentliche Hauptversammlung geplant, auf der über die Übernahme von Ricardo entschieden werden solle. Anschließend beginne das öffentliche Tauschangebot von QXL an alle ricardo.de-Aktionäre. Wegen schwacher Kennzahlen im vierten Quartal 1999/2000 hatte QXL Mitte August seine Offerte für ricardo.de modifiziert. QXL bietet für ein Ricardo-Papier nur noch 34 statt ursprünglich 42,6 QXL-Anteile.

"QXL ist unser Wunschpartner, mit dem wir eine gute Ausgangsbasis für den kommenden Wettbewerb haben", sagte Linkwitz weiter. Ricardo geht davon aus, dass langfristig nur drei bis fünf Online-Auktionshäuser weltweit überleben werden. Größter Konkurrent von Ricardo (www.ricardo.de) und QXL (www.qxl.de) ist der Weltmarktführer aus den USA Ebay (www.ebay.de).

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