Mehr Kompetenzen für Finanzdienstleistungsaufsicht gefordert
Bilanzfälschern geht es an den Kragen

Die Bilanzmanipulationen bei den US-Konzernen Enron und Worldcom und die daraus resultierende Verunsicherung an den Aktienmärkten rufen jetzt auch die Berliner Politik auf den Plan. Regierungsparteien und Opposition fordern eine schärfere Kontrolle für Wirtschaftsprüfer und mehr Kompetenzen für die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BAFin).

BERLIN. Der SPD-Finanzexperte Jörg-Otto Spiller, designierter Verwaltungsrat der BAFin, kündigte an, dass die SPD nach einem Wahlsieg eine "striktere Kontrolle der Kontrolleure" umsetzen werde. Neben einer "durchgreifenden Reform der Bilanzierungsregeln" müsse die BAFin ein Prüfungsrecht erhalten. Da immer mehr Bürger bei ihrer Altersversorgung auch auf Aktien und Aktienfonds setzten, sei das Schadensrisiko bei Bilanzmanipulationen enorm hoch. Kontrolle sei aber nicht nur eine Staatsaufgabe, sondern beginne bereits in den Unternehmen, betonte Spiller. So sollten die Aufsichtsräte die Wirtschaftsprüfer häufiger auswechseln und ihnen genauer auf die Finger sehen.

Erweiterte Kompetenzen für die BAFin hält auch FDP-Vize Rainer Brüderle für nötig. Erforderlich sei vor allem ein Sonderprüfungsrecht bei Unternehmen, bei denen es Hinweise auf Bilanzmanipulationen gebe, sagte Brüderle dem Handelsblatt. Dabei seien unangemeldete Zweitprüfungen oder auch stichprobenartige Kontrollen denkbar.

CDU-Wirtschaftsexperte Matthias Wissmann fordert, dass eine Wirtschaftsprüfungsgesellschaft nicht zugleich dasselbe Unternehmen prüfen und beraten darf.

Daniel Goffart
Daniel Goffart
Handelsblatt / Ressortleiter
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