Mehr Koordination vereinbart
USA und Russland um Nahost-Frieden bemüht

Die USA und Russland wollen sich nach offiziellen Angaben gemeinsam um ein Ende der seit Monaten anhaltenden Gewalt im Nahen Osten bemühen.

Reuters JERUSALEM. Das russische Außenministerium erklärte am Mittwoch in Moskau, beide Staaten hätten vereinbart, ihre diplomatischen Bemühungen weiter zu koordinieren. Ihr Ziel sei es, ein Ende der Gewalt zwischen Israel und den Palästinensern zu erreichen und beide Seiten zur Wiederaufnahme der Sicherheitsgespräche zu bewegen. US-Präsident George W. Bush rief die Konfliktparteien dazu auf, sich gemeinsam für eine Ende des Blutvergießens einzusetzen. Der israelische Außenminister Schimon Peres sagte unterdessen im US-Fernsehen, Israel habe nicht die Absicht, Gebiete der Palästinenser wieder an sich zu ziehen.

Russland hat sich in der Vergangenheit immer wieder um eine Vermittlung im Nahen Osten bemüht. Das Land verfügt jedoch nicht mehr über den Einfluss in der Region, den die Sowjetunion hatte, deren Rechtsnachfolger Russland ist. Es gilt aber weiter neben den USA als treibende Kraft für den Friedensprozess, der mit dem Ende September begonnenen Palästinenseraufstand zum Erliegen kam. In dem Aufstand sind etwa 680 Menschen getötet worden, die meisten Opfer sind Palästinenser.

Bush: Frieden ist Krieg vorzuziehen

Bush riet Israel und die Palästinenser zu der Einsicht, dass sich der Konflikt nur auf friedlichem Wege lösen lasse. "Die Parteien müssten verstehen, dass Frieden Krieg vorzuziehen ist", sagte Bush am Mittwoch im US-Bundesstaat New Mexico. Er forderte Palästinenser-Präsident Jassir Arafat erneut dazu auf, Selbstmordanschläge und weitere Gewalttaten zu verhindern. Bush rief Israel zur Zurückhaltung auf.

Palästinensische Selbstmordattentäter hatten in den vergangenen Tagen Anschläge in Israel verübt. Bei einem Anschlag auf eine Pizzeria in Jerusalem am Donnerstag vergangener Woche hatte der Attentäter 15 Menschen mit in den Tod gerissen. Als Reaktion auf die Anschläge war die israelische Armee in der Nacht zu Dienstag vorrübergehend die von den Palästinensern verwaltete Stadt Dschenin im Westjordanland eingerückt. Die Palästinenser hatten dies als Kriegserklärung bezeichnet. Auch die USA hatten das Vorgehen Israels kritisiert.

Peres sagte am Mittwoch im US-Fernsehsender MSNBC, Israel habe nach den Selbstmordanschlägen Zurückhaltung geübt. "Wir beabsichtigen nicht, das Westjordanland erneut zu besetzen", sagte Peres. Israel wolle Enklaven von Terroristen angreifen, terroristische Handlungen beenden und sich dann unverzüglich wieder zurückziehen. Die israelische Regierung versuche, die Friedensverhandlungen wiederzubeleben und sei für direkte Gespräche mit den Palästinensern.

Peres: Mehr Garantien für Israels Sicherheit

Peres sagte, Arafat habe einen Fehler gemacht, als er vor rund einem Jahr den unter US-Vermittlung zustandegekommenen Vorschlag eines Friedensabkommens abgelehnt habe. Israel habe den Palästinenser die völlige Unabhängigkeit und eine Ende der Besatzung vorgeschlagen. Sollte es zu neuen Verhandlungen kommen, sollten die Palästinenser nicht nochmal den gleichen Fehler machen. Auf die Frage, ob Israel das damalige Angebot erneuern würde, sagte Peres: "Ich bin nicht sicher. Vielleicht würden wir eine Änderung und einige Alternativen vorschlagen..." Israel würde vielleicht auf mehr Garantien für seine Sicherheit bestehen, sagte Peres. Auch seien andere Vorschläge in der Frage eines Rückkehrrechts der Palästinenser und in der Jerusalem-Frage möglich.

Den Palästinensern gingen die Vorschläge des damaligen Friedensabkommens zum Rückkehrrecht Palästinenser nicht weit genug. Nach der Gründung Israels 1948 waren hunderttausende Palästinenser geflohenen oder vertriebenen worden. Israel hatte deren Rückkehr und die ihrer Nachfahren in einen Palästinenser- Staat abgelehnt Die Palästinenser forderten zudem Ost-Jerusalem als Hauptstadt eines unabhängigen Palästinenserstaates, was Israel ablehnte. Für das Friedensabkommen hatte sich der damalige sozialdemokratische israelische Regierungschef Ehud Barak eingesetzt. Der heutige konservative Ministerpräsident Ariel Scharon hatte die Vorschläge als zu weitgehend abgelehnt.

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