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Mehr Kreativität - weniger Commerzbank!

Manchmal verstehe ich den Markt nicht. Nehmen wir die nicht enden wollenden Gerüchte um die Commerzbank. Abgesehen davon, dass die Bank schon seit Jahren angeblich sturmreif ist, bislang nur niemand hervorkommen will: Das Gerüchtekarussel dreht sich wieder auf Hochtouren.

Manchmal verstehe ich den Markt nicht. Nehmen wir die nicht enden wollenden Gerüchte um die Commerzbank. Abgesehen davon, dass die Bank schon seit Jahren angeblich sturmreif ist, bislang nur niemand hervorkommen will: Das Gerüchtekarussel dreht sich wieder auf Hochtouren. Erst war es die spanische Bank BBVA, dann die französische BNP Paribas, nun soll wieder die Royal Bank of Scotland Interesse haben. An den Schotten lässt sich ablesen, wie widersinnig manche Gerüchte sind. Deren CEO Fred Goodwin hat mehrfach wiederholt, er interessiere sich nicht für Europa oder gar den deutschen Markt. Analysten haben dies auch mehrfach geschrieben, soeben wieder die US-Bank Merrill Lynch:

"The CEO emphasisd that the company was 'not seeking acquisitions' in the UK, Ireland and Europe, had 'no capacity for acquisitions' in the US and had 'no plans to issue equity'. These appear to be clear and definite commitments on this subject."

Klarer lässt sich ein "Nein" nicht auf den Punkt bringen. Und doch kamen gestern wieder Marktgerüchte auf, die RBS könnte ja vielleicht doch in die Commerzbank investieren. Gestern, am gleichen Tag, an dem die Schotten in einem Konsortium Milliarden in die Bank of China investierten. Warum sollten sie jetzt zukaufen? Warum ausgerechnet in Deutschland? Und warum die Commerzbank?

Natürlich, der Markt hat immer Recht. Oder: Wo Rauch ist, ist auch Feuer. Oder irgendeine andere abgedroschene Phrase. Natürlich werden auch einige Händler bestens an dem jüngsten Kursanstieg der Frankfurter verdient haben - der dank des Sommerlochs auch relativ leicht erreicht war. Ich will auch gar nicht ausschließen, dass es wirklich Kontakte gibt, die über Routine-Verbindungen unter Bankern hinausgehen. Es wundert mich nur, wie billig sich offensichtlich falsche Gerüchte verkaufen lassen. Mich wundert, dass nicht mehr Leute müde abwinken und sagen: Nicht schon wieder die.

Ich plädiere deshalb für mehr Kreatitivät! Ich mag die faden Spekulationen um die Commerzbank nicht mehr lesen. Gerüchteköche, sucht euch glaubhafte Alternativen. Oder besser: Nehmt doch gleich eine andere Bank! Commerzbank ist "out"! Lloyds TSB wäre meines Erachtens eine viel bessere Alternative, selbst als Übernahmekandidat. Über die wurde schon länger nicht mehr spekuliert - sie ist interessanter und potenziell durchaus verwundbar. Meinetwegen lasst sie auch zukaufen - auch wenn das nicht so wahrscheinlich ist. Gerüchteköche: Nehmt Lloyds TSB! Sucht euch nur glaubhafte Partner - bloß nicht die Commerzbank.

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