Mehr Lebensmittel verkauft: Einzelhandel setzt überraschend mehr um

Mehr Lebensmittel verkauft
Einzelhandel setzt überraschend mehr um

Die Umsätze im deutschen Einzelhandel sind zum Jahresanfang überraschend gestiegen. Im Januar hätten die Umsätze nach Herausrechnen der Preisveränderungen (real) um 4,2 Prozent über denen vom Dezember gelegen, teilte das Statistische Bundesamt am Dienstag mit.

Reuters BERLIN. Damit hätten die Einzelhändler real 1,3 Prozent mehr eingenommen im Januar 2002. Von Reuters befragte Analysten hatten im Schnitt zum Dezember unveränderte Umsätze und ein Minus von 2,3 Prozent im Jahresvergleich erwartet. Auch der Hauptverband des Deutschen Einzelhandels (HDE) hatte erst am Montag auf Basis einer Mitgliederbefragung einen Rückgang der Umsätze vermeldet. Nominal stiegen die Einzelhandelsumsätze den Amtsangaben zufolge um 3,9 Prozent zum Dezember und lagen damit nominal 0,6 Prozent über dem Wert vom Januar 2002.

Lebensmittelumsatz legte zu, andere Waren weniger gefragt

Der Einzelhandel mit Nahrungsmitteln, Getränken und Tabakwaren setzte im Januar real gut sechs Prozent mehr um als vor einem Jahr. Während in diesem Bereich die Geschäfte mit einem breiten Sortiment wie zum Beispiel Supermärkte sieben Prozent mehr einnahmen, gaben die Menschen im Facheinzelhandel knapp vier Prozent weniger aus.

Der Einzelhandel mit Nicht-Nahrungsmitteln erreichte dagegen sein Vorjahresergebnis nicht - die Umsätze schrumpften um real mehr als zwei Prozent. Lediglich der Versandhandel und der Facheinzelhandel mit Kosmetika und Medikamenten verkaufte gut drei beziehungsweise vier Prozent mehr. Alle anderen Branchen mussten einen Rückgang ihrer Umsätze verbuchen.

HDE-Mitglieder hatten deutlichen Umsatzrückgang verbucht

Der HDE hatte auf Basis einer Mitgliederbefragung den nominalen Umsatzrückgang im Januar auf 1,5 Prozent beziffert. Für das gesamte Jahr 2003 erwartet der HDE weiter ein Umsatzminus zum Vorjahr von 1,5 Prozent. Das vergangene Jahr war mit einem Umsatzrückgang von nominal zwei Prozent für die Branche das schlechteste seit Jahrzehnten.

Trotz des vom Statistischen Bundesamt genannten Umsatzanstiegs rechnen die meisten Experten nicht mit einer baldigen Erholung des privaten Verbrauchs. Derzeit drücken der drohende Irak-Krieg, die hohe Arbeitslosigkeit und die Talfahrt am Aktienmarkt auf die Stimmung der Verbraucher. Einen Beleg für die schlechte Verbraucherstimmung lieferte auch der Ende vergangener Woche veröffentlichte Konsumklima-Index der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK), der für März leicht sank. Das Münchner Institut für Wirtschaftsforschung (Ifo) sprach ebenfalls trotz einer leichten Erholung der Geschäftslage in Westdeutschland von einer gedrückten Stimmung in der Branche.

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