Mehr Liquidität für das Finanzsystem
Bank of Japan lockert erneut ihre Geldpolitik

Kurz vor dem Jahres-Ultimo hat die Bank von Japan (BoJ) ihre Geldpolitik weiter gelockert. Mit einer Reihe von Maßnahmen soll dem Finanzsystem des Landes mehr Liquidität zugeführt werden. Die japanische Notenbank begründet ihre Maßnahmen mit der sich weiter verschlechternden Wirtschaftslage. Die schwierigen Anpassungsprozesse würden sich vorerst fortsetzen.

ga/Reuters TOKIO. Der neunköpfige Geldpolitische Ausschuss der Bank von Japan beschloss, das Einlagenvolumen der Geschäftsbanken bei der BoJ deutlich heraufzusetzen und kündigte den verstärkten Rückkauf inländischer Staatsanleihen an. Die Einlagen der Geschäftsbanken bei der Notenbank wurden von bisher über 6 Bill. Yen auf 10 bis 15 Bill. Yen (rund 170 Mrd. bis 255 Mrd. DM) angehoben. Angesichts einer De-Facto-Nullzinspolitik steuert die BoJ die Liquidität des Finanzsystems vor allem über die Höhe der Bankeinlagen bei der Zentralbank. Der Kauf von Staatsanleihen über den Sekundärmarkt wird von bislang 600 auf 800 Mrd. Yen im Monat ausgeweitet. Daneben soll die Liquiditätsversorgung der Unternehmen durch aktive Repro-Geschäfte mit Commercial Papers verbessert werden.

Der Gouverneur der Bank von Japan, Masaru Hayami, erklärte nach der Sitzung, dass die sich verschlechternde Wirtschaftslage nun neben dem Export und den Investitionen auch den privaten Verbrauch erfasst habe. Er hoffe, dass die Maßnahmen zu einer Beruhigung bei den Unternehmen führen werden, wo zurzeit eine Anspannung im Finanzbereich zu konstatieren sei.

Japans Regierung geht für das Haushaltsjahr 2001/02 (April bis März) von einer massiven nominalen Verringerung des BIP von 2,4 (real: -1,0) % aus. Für das kommende Haushaltsjahr wird eine weitere Schrumpfung des nominalen BIP um 0,9 % erwartet.

Hayami zeigte sich zudem über den Kursverfall bei Bankaktien besorgt. An den Märkten bestehe ein Vertrauensdefizit, das nicht gerechtfertigt sei. Denn die Banken seien um eine Bewältigung der Problemkredite und eine Vergrößerung ihrer Kapitalbasis bemüht. Die Konzentration im Bankwesen mache Fortschritte und durch Anhebung der Soll-Zinsen oder sogar die Beendigung der Kreditvergabe strebten die Institute nach Effizienzsteigerungen. Hayami: "Die Marktteilnehmer sollten diese Anstrengungen anerkennen."

Finanzminister Masajuro Shiokawa begrüßte die Beschlüsse der Zentralbank. Er hatte von dieser zuletzt drastische Schritte zur Konjunkturbelebung gefordert. Nach Ansicht von Analysten reagierte die BoJ auf den politischen Druck. Shiokawa ergänzte: "Der Beschluss zeigt die Bereitschaft der BoJ zu weiteren aggressiven geldpolitischen Lockerungen in der Zukunft." Auch Analysten erwarten weitere Schritte der Notenbank. Sollten sich die konjunkturellen Bedingungen bis März weiter verschlechtern, werde die BoJ wohl erneut handeln, sagte Chotaro Morita von Deutsche Securities in Tokio. Wirtschaftsminister Heizo Takenaka bezeichnete die Maßnahmen als richtigen Schritt zur Bekämpfung der wirtschaftlichen Probleme.

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