Mehr Mittel für die Grundlagenforschung gefordert
Deutschland bei der Pharma-Forschung abgeschlagen

Deutschland verliert nach Ansicht des Verbands Forschender Arzneimittelhersteller (VFA) als Standort für die Pharmaforschung stetig an Boden - und das nicht nur gegenüber den USA, sondern inzwischen auch gegenüber den EU-Partnern Großbritannien und Frankreich.

vwd BERLIN. "Deutschland ist zwar europaweit der größte und weltweit der drittgrößte Arzneimittelmarkt, doch über die Innovationskraft der ehemaligen Apotheke der Welt verfügen wir nicht mehr", erklärte die Hauptgeschäftsführerin des Verbands Forschender Arzneimittelhersteller (VFA), Cornelia Yzer, am Dienstag in Berlin.

Beim Zugang zu innovativen Arzneimitteln liege Deutschland auf einem der hinteren Plätze, sagte Yzer bei der Vorlage der VFA-Statistics 2002. Von den insgesamt 130 weltweiten Forschungsstätten, die die 30 führenden globalen Pharmaunternehmen unterhalten, befinden sich nach Angaben des VFA 52 in den USA, 16 in Großbritannien und nur zehn in Deutschland. Damit habe sich das Verhältnis der insgesamt gestiegenen Zahl der Standorte zwischen Europa und den USA in den letzten 20 Jahren umgekehrt.

Die US-Investitionen in Forschung und Entwicklung (F&E) seien von 1995 bis 2000 um das Dreifache, die F&E-Aufwendungen in Deutschland nur um das 1,4-fache gestiegen. Gemessen an den Patentanmeldungen sei Deutschland lediglich in der Bio-/Gentechnologie in Europa weiterin Spitze - allerdings weit hinter den USA.

Zur Förderung des Pharmaforschungsstandorts Deutschland fordert der VFA deutlich mehr öffentliche Mittel für die Grundlagenforschung, dagegen keine Subventionen für die industrielle Forschung. "Es besteht eine enge Korrelation zwischen dem Einsatz öffentlicher Mittel in der Grundlagenforschung und dem Aufkommen von Forschungsgeldern der Industrie. Ebenso besteht eine Korrelation von leistungsfähigen Strukturen der klinischen Forschung und Leistungsfähigkeit der nationalen Zulassungsbehörde einerseits und der Zahl von klinischen Forschungsprojekten anderseits."

Die Strukturen der klinischen Forschung müssen nach Auffassung des VFA international wettbewerbsfähig ausgestaltet werden. Außerdem müssten die Zulassungsbehörde sowie das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte personell verstärkt und strukturell zu einer Zulassungsagentur umgestaltet werden.

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