Mehr Rechte für Albaner - Aber keine Autonomie
Belgrad legt Friedensplan für Presevo-Tal vor

ap BELGRAD. Die jugoslawische Regierung hat am Mittwoch einen Friedensplan für das umkämpfte Presevo-Tal an der Grenze zum Kosovo vorgelegt. Darin werden der albanischen Bevölkerungsmehrheit mehr Rechte und eine stärkere Einbindung in die Gesellschaft angeboten, eine Autonomie oder die Vereinigung mit dem Kosovo aber abgelehnt. Das südserbische Gebiet ist seit November Schauplatz von Kämpfen zwischen albanischen Guerillas und serbischer Polizei.

Wie die Nachrichtenagentur Tanjug meldete, wurde der Plan bereits am Dienstag vom Kabinett in Belgrad verabschiedet. Er sieht der Agentur zufolge vor, dass die Rechte der Albaner in der Region in drei Stufen dem "internationalen Standard" angepasst werden. Das bedeute die Integration in staatliche Institutionen wie die Polizei, sowie in das wirtschaftliche und soziale Leben. Voraussetzung dafür sei, dass die Albaner die Forderung nach Autonomie aufgeben.

Sergejew betont Verbleib des Kosovos bei Jugoslawien

Vertreter der Untergrundkämpfer und mehrerer Parteien trafen am Mittwoch in Veliki Trnovac innerhalb des umstrittenen Gebiets zusammen. In einer anschließenden Erklärung hieß es, man sei unter bestimmten Bedingungen zu Gesprächen mit der jugoslawischen Seite bereit. So müssten der neunköpfigen Verhandlungskommission drei Vertreter der Rebellen angehören und auch internationale Beobachter anwesend sein.

Unterdessen führte der russische Verteidigungsminister Igor Sergejew in Belgrad Gespräche mit der jugoslawischen Führung. Dabei wiederholte er die Auffassung Moskaus, dass die serbische Provinz Kosovo Bestandteil Jugoslawiens bleiben müsse. In dieser Frage sei Russland mit der Regierung der Bundesrepublik Jugoslawien völlig einer Meinung. Sergejew traf mit Staatspräsident Vojislav Kostunica, seinen jugoslawischen Kollegen Slobodan Krapovic und dem Streitkräftechef Nebosja Pavkovic zusammen. Danach fuhr er ins Kosovo weiter.



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